Wie ich das Stillen aushielt – eine kleine Durchhaltegeschichte von Maja

(Gastbeitrag von Maja) Wie habt ihr eigentlich direkt nach der Geburt ausgesehen? Ist euch schon mal aufgefallen, dass die frischgebackenen Muttis in den Elternzeitschriften keineswegs danach aussehen, dass gerade ein ganzes Baby aus ihnen herausgekommen ist? Zumeist sehen diese Muttis aus, als hätten sie einen mehrwöchigen Wellness-Urlaub hinter sich. Sie schauen dann verliebt wie ein Engel im Sommerkleid und beliebäugeln ihr Baby, wie es gerade butterzart an die Brust andockt.

Nun wie sah ich im Krankenhaus nach der Geburt aus? Ich weiß es nicht genau, aber diese reinweiße, schmerzfreie Mutterillusion lag abgedruckt auf einem Ratgeber neben mir. Ich bilde mir bis heute ein, dass ich natürlich so sommerlich schön aussah und versuchte auch mein Baby mit den gleichen liebevollen Blicken zu verwöhnen.

Leider aber scheiterte ich gnadenlos an dem durchweg verliebten Blick. In meinem Armen lag nämlich ein hungriges Bündel Mensch, welches nicht friedfertig an der Brust nuckelte, sondern noch überhaupt nicht wusste, wie das überhaupt geht und dementsprechend mit meiner Brust umging. Ach, liebe Leser, ich sah bestimmt nicht aus wie eine Engelsmutter; ich war gestresst, denn das, was ich mir so lieblich mit dem Stillen ausmalte, trat nicht ein. Der Milcheinschuss kam natürlich nicht sofort und ich hatte ein schreiendes, ungeduldiges Baby, das nicht genügend Nahrung bekam und mich Nachts nicht zur Ruhe kommen ließ.

Stillen vereinfacht den Babyalltag.

Stillen vereinfacht den Babyalltag.

Es war anfangs wirklich sehr, sehr schwer und ich glaube, wegen des ganzen Trubels hatte ich nicht mehr als eine unangenehme Leichenblässe mit blutunterlaufenen Augen zu bieten. Der Regisseur von „The Ring“ hätte mich mit Kusshand als das Horrormädchen genommen, das immer irgendwo einsam im Zimmer sitzt und Leute schockiert. Der Film wäre mit mir bestimmt noch gruseliger bzw. nicht zu ertragen gewesen. Dabei war ich (von den Vorteilen des Stillen überzeugt) fest entschlossen zu stillen, aber ich habe nicht geahnt, dass kleine Babys beim Stillen eine Sensibilität an den Tag legen, die sonst nur Vampire haben. Was also tun? Mein Ratschlag könnte simpler nicht sein: Versucht es.

Mein großes Stillkind und ihre Mama :)

Mein großes Stillkind und ihre Mama :)

Ich bin Maja von www.pusteblumenbaby.de und darf heute auf Sparbaby einen Artikel zum Stillen präsentieren. Natürlich gibt es hier sehr, sehr viel zu sagen und vielleicht habt ihr auch noch Lust, mehr zu diesem Thema zu lesen. Zunächst aber konzentriere ich mich auf meine allerersten Stillerfahrungen, denn hier geben viele Mütter verständlicherweise auf.

Mittlerweile hat sich mein kleiner Vampir übrigens zum Trotzkind gewandelt und saugt nun vorwiegend an meiner Psyche. Dennoch hatte und habe ich zu meinem Kind eine wunderbare Stillbeziehung. Über die ersten Probleme möchte ich euch daher heute berichten und wenn ihr gerade schwanger geht oder bei euren ersten Stillversuchen seid, vielleicht hilft euch ja dann dieser Artikel, durchzuhalten und nicht aufzugeben. Am Ende habe ich noch die Tipps, die mir beim Stillen am besten halfen.

Ich möchte stillen, aber ich habe keine Milch

Ich glaube die zweite Nacht, nach der Geburt meiner Tochter war die schlimmste Nacht in meinem bisherigen Leben. Schlafentzug ist ja laut UN-Konvention verboten, leider aber halten sich nicht alle Babys daran. Überall, habe ich gehört, gibt es immer wieder diese Schurkenbabys, die dich nicht schlafen lassen und du kriechst vor ihnen innerlich auf dem Boden deiner unausgeschlafenen Psyche, aber sie kennen keine Gnade. Zudem spürst den Druck der Übermutti-Stillcommunity und willst eigentlich nur das Beste für dein Baby, aber dein Baby will nicht das Beste für dich. Dein Körper ist ohnehin ein Wrack. Du hast gerade so etwas wie ein Zugunglück hinter dir, nur mit dem Unterschied, dass du dich darüber natürlich freust. Aber ehrlich, du hast eine ganze Schwangerschaft hinter dir und da ist gerade eben ein ganzes Baby aus dir rausgekommen. Dementsprechend fühlte ich mich und nicht nur das: Meine Brüste waren nicht schwer und tropften auch nicht, sie fühlten sich leer an und waren nach der ersten Nacht bereits blutig genuckelt (eine Beschreibung, die mir auf meinem Blog leider die Nippel-Folter-Suchanfragen bei Google einbracht hat). Ich war wirklich verzweifelt und hatte tatsächlich Angst. Ob ihr es glaubt oder nicht: Vor jedem Anlegen wollte ich in Tränen ausbrechen. Ich wünschte mir so sehr diesen Milcheinschuss und mein Baby wünschte sich diesen sicherlich auch.

Der Stillwille hatte sich zum Glück fest in mein Hirn gegraben. Ich hatte so viele Stillratgeber gelesen, die alle von den wundervollen Stillbeziehungen zwischen Mama und Baby berichteten. Dennoch ich war kurz davor, zur Flasche zu greifen, woran sich mein Baby womöglich schnell gewöhnt hätte. Dies hätte das Ende unserer Stillbeziehung bedeutet. Ich bin aber sturer Natur und wollte nicht aufgeben.

Ich überlebte also diese Nacht zwischen meinem schreienden Baby, den schmerzenden Brüsten, meinem schmerzenden Körper, der drückenden Müdigkeit und dem gesellschaftlichen Gefühl, meine Mutterschaft gleich am Anfang zu versauen. Hinzu kam, dass ich in einem anthroposophischen Krankenhaus lag, welches besonders stillfreundlich sein wollte, was den Psychodruck aber schon stark vergrößerte. Ich fühlte mich innerlich sehr schlecht, dass es nicht klappte. Rückblickend glaube ich, dass mich nach diesem harten Training nicht mal mehr die CIA ausquetschen könnte.

Am dritten Tag hatten glücklicherweise die Schwestern mit Anthroposophie-Zertifikat ein Einsehen. Ich wurde an die Milchpumpe angeschlossen und mein Baby bzw. meine Brust bekam ein Stillhütchen verordnet. Dies war eine unglaubliche Erleichterung. Ich konnte zum ersten mal entspannt stillen und feststellen, dass ich trotz Leere-empfinden Milch produzierte. Es war zwar zu wenig, um mein Baby richtig satt zu bekommen, doch es war nicht mehr so schlimm wie in der zweiten Nacht und ich war zuversichtlich, dass ich mein Baby stillen könnte.

Zu Hause – Endlich Milch in Sicht

Stillen entspannt Mama und Baby.

Stillen entspannt Mama und Baby.

Zuhause angekommen, war es nun zwar nicht mehr so schlimm wie anfangs, aber die Probleme bestanden noch. Ich pumpte ab und stillte mit Hütchen, aber es kam einfach nicht der ersehnte Milchschwall. Zudem weiß jedes Mamatier, dass durch das Pumpen und das Stillhütchen der Milchfluss langsam versiegt. Mein Baby war im wachen Zustand nicht sonderlich zufrieden, häufig konnte ich ihren Hunger nicht ganz stillen und so stillte ich also rund um die Uhr, in der Hoffnung , dass Besserung eintritt.

Den ersten Schritt in die richtige Richtung machte ich, als ich eine Stillberaterin anrief. Ich glaube, dies war mein letzter verzweifelter Versuch, doch noch als Stillmama akzeptiert zu werden. Glücklicherweise kam die Stillberaterin direkt am nächsten Tag und ich danke ihr noch heute für ihre Ratschläge, denn, oh Wunder, ich hatte zwei Tage nach ihrem Besuch einen verspäteten Milcheinschuss.

Es war als wäre ein Damm gebrochen und ich wusste plötzlich gar nicht mehr wohin mit meiner Milch. Im Kühlschrank stapelten sich plötzlich die Milchfläschen (im Übrigen gibt es in den USA einen teuren Markt, wo diese Milch in einer Milchbank verkauft wird. Was haltet ihr davon?) Ich füllte also nicht nur mein Baby ab, sondern auch viele kleine Fläschchen, ich konnte sogar Milch als Badezusatz für mein Baby spenden (wie alternativ, ich weiß).

Warum wollte ich also Stillen?

In meiner Stillkarriere war es mein Schicksal noch alle anderen Probleme im Extrem zu durchleben. Ich hatte Milchstau, meine Brust war entzündet, wurde hart wie Stein, ich bekam Fieber, ich hing an der Pumpe und mein Baby nuckelte zwar, aber es lernte dies nicht auf Anhieb richtig. Warum also gab ich das Stillen nicht auf? Ich wollte für mein Baby nur das Beste geben. In vielen Ratgebern hatte ich von Studien gelesen, die auf positive, statistische Zusammenhänge zwischen Entwicklung der Kinder und Stillen verwiesen.

Diese wissenschaftlichen Studien überzeugten mich, dass dies ein richtiger Weg war. Zwar bin ich der Meinung, dass Kinder auch ohne Muttermilch wunderbar gedeihen und zu wunderbaren Menschen werden können, aber wenn wir wirklich das Beste wollen, dann müssen wir es erstmal wenigstens versuchen und nicht gleich beim ersten Gegenwind das Baby ins Korn werfen. Mit diesem Artikel möchte ich euch daher zu einer Stillbeziehung ermutigen.

Wenn ihr gerade in einer ähnlich schweren Situation seid oder euch vor der Geburt befindet, versucht das Stillen trotz der Widerstände.

Allein durch diese Überwindung habe ich im Nachhinein das Gefühl, meine Bereitschaft für eine verantwortungsvolle Mutterschaft bewiesen zu haben. Natürlich gehört zu einer gesunden Beziehung noch vielmehr als diese Selbstfolter und es gibt Dinge, die wichtiger sind. Für mich war es allerdings wichtig, da mir viele meine Mutterschaft nicht zutrauten. Ohne Stillen geht es natürlich auch und ich habe Einsehen, wenn andere es nicht können. Aber hier an dieser Stelle setzen wir einen Anfang. Das Stillen bietet viele Vorteile, was sicher Gegenstand für einen anderen Artikel ist. Mir hat es eine ganz intensive Zeit mit meiner Tochter beschert.

Wenn euch der Artikel gefallen hat, dann wäre ich froh, wenn ihr diesen shared oder auch mal auf meinem Blog vorbeischaut, ich habe dort auch vieles über das Stillen geschrieben.

Alles Liebe

Eure Maja

 

Maja Pusteblumenbaby.de Über die Autorin: Maja ist Mutter einer Tochter, ausgebildete Erzieherin und teilt in ihrem Blog Pusteblumenbaby mit viel Humor ihre Erlebnisse, Erfahrungen und Tipps u.a. zu den Themen natürlicher und harmonischer Umgang mit Babys, Kinderbeschäftigung und Erziehung.

, ,

Antworten auf

  1. Schimmelchen 23. März 2012 an 21:22 #

    Ein toller Artikel !
    Bin 2-fache Stillmami und beim ersten Kind auch überrascht wie weh das tut. In meinem Krankenhaus wurde ich aber gut unterstützt, bekam Zuspruch, Lansinohsalbe und mir wurden die wunden Brustwarzen mehrfach dort gelasert.
    Trotzdem musste ich noch mehrere Wochen die Zähne zusammenbeißen und viel Lansinoh schmieren bevor es erträglich wurde !
    Aber ich finde es lohnt sich, meine Kinder waren in der Stillzeit nie ernsthaft krank und zeigen auch keine Anzeichen von Allergien ( dies war mir als Vorsorge auch sehr wichtig, da der Papa Allergiker ist ! )
    … ich bin sicher auch tolerant, kann es aber oft nicht verstehen warum nicht gestillt wird – meine Schwester ist auch bei jedem Kind schneller auf die Flasche umgestiegen, weil das Baby nicht mehr satt geworden ist… und es sicher praktischer war das auch mal jemand anders die Flasche geben konnte…
    Und wenn ein Baby es sich aussuchen könnte würde es wohl sagen : Ich will Muttermilch !!!
    Meine Tochter wollte 10 Monate voll gestillt werden und will heute noch keinerlei Breie die nach künstlicher Milch schmecken.
    Kein Kind ist wie das andere- mein Sohn wurde nachdem er sich auf der Welt eingelebt hatte insgesamt 4 x am Tag gestillt und hat bald durchgeschlafen- habe ihn 10,5 Monate gestillt.
    Meine Tochter wird bald 1 Jahr und ich kann froh sein wenn Sie nicht 4 x in der Nacht gestillt werden will, tagsüber isst Sie schon und am Abend auch einen Hirsebrei/ Reisbrei mit Obst aber durchschlafen will Sie nicht mehr ( zwischen 3-6 Monaten ging es schon ab und zu ).
    Wer hat Tipps ? Eine Langzeitstillerin wollte ich dann nicht werden…

  2. Sindy 23. März 2012 an 19:14 #

    Danke! Ein ganz großartiger Artikel, der bitte in jedem Stillratgeber Pflicht sein sollte. Auch mir haben die ganzen Artikel in Zeitschriften und Ratgeber falsche Vorstellungen vom Stillen vermittelt. Der Milcheinschuss kam und kam nicht, sodass mein hungriges 4200g-Mädchen nicht satt wurde. Verzweifelt, psychisch angeschlagen und erschöpft habe ich mit der Flasche nach jedem Stillen nachgeholfen – bin dann auf Rat meiner Mutter auf „Teilzeit“ im Sinne von nur Flasche und Stillen + Flasche umgestiegen, sonst hätte ich wohl ganz aufgehört. Zum Glück hat mich dann nochmal der Ehrgeiz gepackt sie jedes Mal anzulegen und siehe da: was lange währt wird gut. Mittlerweile kann ich nahezu voll stillen, nur in Ausnahmefällen müssen wir zufüttern.

    Ich hoffe, dass dieser Artikel und die Kommentare ganz ganz viele Bald-Muttis erreicht.

  3. Hanne 22. März 2012 an 13:50 #

    Schöner Artikel und ich habe sehr viel Schmunzeln müssen, weil es soooooo sehr der Wahrheit entspricht und ich mich oft wiedererkannt habe.
    Meine Tochter hat von Anfang an gut getrunken, weil ich aber ziemlich große flache Brustwarzen habe, war es eine Tortur. Sie hat immer nur eine Ecke der Spitze in den Mund bekommen und gierig gesaugt. Die ganze Brustwarze war nach 2 Tagen total verformt und hat geblutet weil sich ein Stück abgelöst hat.
    Ich habe für nachts eine Knirschschiene und im Krankenhaus war ich ganz verwundert, warum ich sie nur mit viel Druck einsetzen konnte, weil meine Zähne sich im Laufe des Tages scheinbar komplett verzogen haben. Ich habe am nächsten Tag darauf geachtet und gemerkt, dass ich bei jedem Anlegen so sehr die Zähne zusammengebissen habe, dass es einem Cowboy, beim Entfernen einer Kugel bei vollem Bewusstsein, das Wasser hätte reichen können.
    Im Krankenhaus habe ich garkeine Hilfe zum Stillen bekommen und es hat sich in dieser Geburten-Massenabfertigungsanlage sowieso keiner richtig um die Mütter gekümmert geschweige denn zum Stillen ermutigt. Meine Mutter hat mich aber sehr bestärkt und auch vor den Unannehmlichkeiten gewarnt. Ich habe mir auch „Das Stillbuch“ von Hannah Lothrop gekauft und am Ende der Schwangerschaft gelesen. Das Wissen hat mich echt weitergebracht und meinen Willen durchzuhalten gestärkt. Kann den schwangeren Mamis nur ans Herz legen es sich zu kaufen/leihen.
    Ich hatte in meiner bisherigen Stillkarriere zu den verformten, blutigen Brustwarzen, einen so heftigen Milcheinschuss, dass meine Tochter die prallen Brustwarzen nicht annähernd in den Mund bekommen hat und ich dachte sie muss trotz der überlaufenden Milch verhungern, einen Milchstau mit über 40°C Fieber und stellenweise so viel Milch, dass ich garkeinen Platz in der Gefriertruhe mehr hatte :-)
    Das Durchhalten hat sich aber gelohnt und nach ca 8 Wochen waren die Schmerzen weg und die Milchmenge hat sich normalisiert! Als sie noch voll gestillt wurde, war es das Beste und vor allem praktischste auf der Welt. Ich war mit ihr unterwegs auf nichts angewiesen – Keine Thermoskannen, Fläschchen, Pulver … einfach eine ruhige Ecke finden, 10 Minuten entspannt rumsitzen und weiter gehts.

    Meine Kleine ist jetzt 11 Monate alt, ich bin schon mit dem nächsten Baby schwanger und ihr Frühstück bekommt sie immer noch von mir. Tandemstillen möchte ich aber nicht, deshalb denke ich schon mit Wehmut daran, dass sie bald die Frühstücksmilch im Glas statt der kuscheligen Brust serviert bekommt …

    Liebe Grüße und viel Erfolg in den ersten Still-Wochen
    Hanne

  4. Heike 22. März 2012 an 13:41 #

    Hallo Maja, toller Artikel. Ich wünschte ich hätte ihn vor der Geburt unserer Kleinen gelesen, sodass ich es vielleicht länger versucht hätte.
    Leider kam bei mir einfach kein wirklicher Milcheinschuss. Ich hatte zwar Milch, die ich auch der Kleinen gegeben habe, aber nicht mal annähernd genug, sodass sie nach dem Stillen immer noch eine Flasche bekommen hat. Ganze drei Monate habe ich mir und ihr diese Prozedur angetan, bis ich dann endgültig aufgegeben habe und sie nur noch die Flasche bekam.
    Vielleicht hätte alles anders ausgesehen, wenn ich eine Stillberaterin um Rat gefragt hätte. Meine Hebamme, die sonst total viele super Ratschläge hatte, hatte keine Idee, mit der meine Milch geflossen wäre. Bis heute frage ich mich woran es gelegen hat und wie es vielleicht geklappt hätte.

  5. Katja 22. März 2012 an 09:34 #

    Toller Artikel. Ich kann mich dem anschließen: es lohnt sich durchzuhalten. Ich hatte zwar von Anfang an Massen an Milch (der Milcheinschuss kam gute 24h nach der Geburt), aber mein Kind kam mit dem Überangebot gar nicht klar. Meine Brustwarzen waren dadurch dann extremst entzündet, so dass ich bei jedem Anlegen geheult habe, mein Kind teilweise Blut zog, ich 10 Tage nach der Geburt mit 40 Fieber da lag & ich alle möglichen Brustpflegeaktionen ausprobiert habe…. Das zog sich ganze 8 Wochen. Dem Rat meiner Hebamme, abzupumpen und mit der Flasche zu füttern, habe ich mich glücklicherweise wiedersetzt. Mein Kind ist mittlerweile 7 Monate und ich stille immer noch begeistert (6 Monate habe ich vollgestillt).

    Aber ich habe auch Verständnis für die Mütter, die es aus genannten Gründen nicht durchhalten zu stillen. Ich war auch kurz vor der Aufgabe. Wäre mein Wille zu stillen nicht so groß gewesen, dann hätte ich heute sehr wahrscheinlich ein Flaschenkind…

  6. Sunny 22. März 2012 an 00:11 #

    Hallo Ihr Lieben,
    ich bin Mami von 2 Kindern, die nicht hätten unterschiedlicher sein können, was ihr Stillbedarf und ihr Verhalten anging. Jedes hat selbst mitbestimmt wie lange es gestillt werden wollte. Milch war kein Problem, wunde Brustwarzen und Beißen beim Großen schon recht eher. Man konnte ihn mit einem kleinen Barakuda vergleichen. Er wurde nur 8 Wochen voll gestillt, da ich es nicht länger ertragen konnte alleine 24h und dass permanent ohne auch nur etwas Entlastung durch Papa von meinem Barakuda ausgesaugt zu werden. Das klingt für einige bestimmt sehr egoistisch, aber ich bin davon überzeugt, dass Stillen meinem Baby nur gut tut, wenn auch ich als Mama gerne stille. Ich brauchte einfach auch ab und zu die Möglichkeit ein Pause einzulegen Und so hat er bis zur Beikost jeden Abend 1 Flasche bekommen. Ich habe es durch diese eine kleine Entlastung den Tag über genießen können zu stillen und auch die Bindung zwischen Papa und Sohn wurde dadurch enger. Er hat dann irgendwann mehr Beikost bekommen und als tagsüber das Stillen eher zur Qual durch Beißen wurde, gab es nur noch Schmusestillen. Ab dem 8 Monat wollte er dann aber lieber so mit Mama kuscheln.
    Meine Kleine war ganz anders. Gut, 12 Jahre später ist auch noch einmal ganz was anderes…Anderes Kind, andere Marotten. Anstatt einfach nur zu trinken, hat es ewig gedauert, bis sie fertig damit war ganz vorsichtig zu testen wonach die Milch den diesmal schmeckt und manchmal hatte ich das Gefühl die spielt mit meinen Brustwarzen… Es wurde erzählt, herum geschaut, die Position versucht zu wechseln und und und… Gut, also wieder nicht die erwünschte Bilderbuch-Stillgeschichte… Einen Vorteil hatte es. Keine wunden Brustwarzen oder ähnliches. Ab dem 3. Monat wurde sie gierig, aber nicht nach meiner Brust… Nein, nach dem, was der Geliebte große Bruder, Papa und Mama sich da so in den Mund schieben. Ich war total irritiert. Aber die Hebamme sagte mir, dass es auch Babys gibt, die schon früh signalisieren, dass sie etwas essen wollen und nicht trinken. Und als sie dann anfing die Brust komplett zu verweigern und lieber vor Hunger zu schreien, bot ich ihr die Flasche und Beikost… Auch die Flasche lehnt sie mittlerweile stark ab. Mit Mühe, Not und Tricks bekomme ich noch 2-3 kleine Milchportionen rein. Neulich schaffte sie es eine rohe Karotte, die ich ihr zum rumnuckeln so mit ihren blanken Felgen zu bearbeiten, dass die fransig war am Ende. Erwähnte ich, dass sie erst 6 Monate alt ist und noch keinen einen Zahn hat ???

    Ihr seht also das nicht nur Probleme der Brust, der Nerven oder der Milch eine Rolle spielen. Und so ist mein Fazit nach 13 Jahren Mamadasein ganz klar : Muttermilch ist die Beste Ernährung für jedes Baby, solange es dass möchte und auch der Mutter gut tut. Die Mäuse signalisieren, was sie brauchen und wie sie was, wann brauchen und wir Mütter sollten auf unser Bauchgefühl hören. Die Stillzeit war wunderschön und ich bin froh, diese Erfahrung mit meinen Kindern gemacht zu haben. Also setzt Euch nicht unter Druck, sucht Euch Rat und Hilfe, aber entscheidet nach Gefühl, was für Eure Babys und Euch
    die richtige Lösung ist.
    LG Sunny

  7. Anna 21. März 2012 an 20:51 #

    Meine Geschichte war ähnlich. Ich hatte zwar genug Milch von Anfang an, musste aber sehr oft und lange anlegen. Das kostete viel Kraft und Nerven. Drei Wochen nach der Geburt hatte ich eine schlimme Brustentzuendung mit über 40 Fieber. Ich lag 4 Tage im Krankenhaus und dachte mir, das war es. Ich hatte jedoch Glück gehabt und hatte weiter genug Milch. Meine wunderschöne Tochter ist jetzt 13 Monate alt und wird noch gestillt. In der Schwangerschaft war es für mich selbstverständlich, dass ich stillen möchte. Ich habe mich jedoch nicht besonders genau mit dem Thema beschäftigt und dachte die Natur wird es schon regeln. Ich wünsche mir im nachhinein, ich hätte ein paar „Horror“-Stillgeschichten gelesen. Dann hätte ich gewusst, dass es sich bei mir nicht um eine Ausnahme handelt, sondern, dass ich ein Normalfall bin :-). Ich wollte auch nicht länger als 6-8 Monate stillen. Habe jedoch gemerkt, dass das Stillen erst ab dieser Zeit richtig Spaß macht. Ich schätze es insbesondere, wenn meine Maus krank ist und tagelang jedes Essen (ausser die Muttermilch) verweigert. In solchen Momenten merke ich welche Vorteile das Stillen hat und weiß sie ganz toll zu schaetzen!

    Liebe Gruesse
    Anna

  8. Jenny 21. März 2012 an 19:12 #

    Ich erkenne mich ebenfalls wieder. Es ist wahrlich nicht leicht am Anfang. Mein Kind hatte auch Probleme und wusste nicht so recht, was es mit der Brust anfangen soll. Im Krankenhaus wurde ich super unterstützt (anlegen, abpumpen, abgepumpte Milch mit Becher gefüttert), auch nachts. Eine Freundin hatte in einem anderen Krankenhaus Pech und da wurde dann leider zu schnell gesagt, sie könne nicht stillen.
    Ich hatte übrigens nicht nur anfangs mit den wunden Brustwarzen zu kämpfen, bei mir zog sich das über Wochen und ich war nicht nur den Tränen nah, sondern musste richtig heulen.
    Es hat sich aber gelohnt. Wir stillen auch jetzt noch total gerne (mein Kind ist inzwischen knapp 23 Monate alt). Maja, ich kann nur bestätigen, was du schreibst. Es ist das absolut Größte und ich werde die Kuscheleinheiten niemals vergessen.

  9. Sona 21. März 2012 an 17:29 #

    Hallo Maja,
    danke für den guten Artikel – das weckt Erinnerungen ;) Grad heute hab ich mich mit ner Freundin unterhalten, die am zweiten Tag auf Flasche umgestiegen ist, weil’s wohl „einfach“ nicht ging. Natürlich bin ich überzeugt dass auch ihre Kleine ganz wunderprächtig gedeihen wird und respektiere ihre Entscheidung genauso wie die vieler anderer Mütter, die sich warum auch immer gegen das Stillen entscheiden.
    Ich selbst stille noch immer meine Kleine (9 Monate alt) und auch wenn es ab und an sehr anstrengend und zeit-, nerven-, kräfteraubend ist, man immer noch keinen so rechten „Rhythmus“ hat – so genieße ich es, weil es für mich dazu gehört, weil ich das Beste für die KLeine möchte und will, dass es ihr an nichts fehlt und es ihr gut geht. Die ersten 5 Wochen im Übrigen haben wir fast stündlich gestillt, und das nicht nur 5 oder 10 min lang, sondern mind. 30 min lang. Die darauf folgenden 5 Monate aller 2, höchstens 3 Stunden und jetzt nach 8 Monaten sind wir bei aller 3 oder 4 Stunden. Das meine ich mit kräfte- und zeitraubend. Aber es ist ok für mich und deswegen behalte ich es bei. Wäre es das nicht (mehr) – würde ich es ändern. Zum Glück ist das heutzutage möglich, beide Wege einzugehen. Und: ich würde es wieder so tun. Der Kleinen und unserer Stillbeziehung, die so in der Form sicherlich durch nichts ersetzt werden kann, zu liebe.

  10. Anja 21. März 2012 an 16:11 #

    ooooooooooooohhh ja das kenn ich, da fühl ich mich gleich 8 monate zurück verstezt :)
    aber ich habe auch nie aufgegeben und irgendwann hat dann trotzt schmerzen alles supi geklappt.
    sehr schöner artikel DAUMEN HOCH!!!

  11. Justine 21. März 2012 an 15:43 #

    Wirklich super geschrieben.
    Ich wurde mit 18 Mutter und habe Flachwarzen, daher war es für meinen Sohn nicht möglich die Brustwarze zu fassen, trotz alldem habe ich mein Kind gestillt unzwar mit Stillhütchen.
    Jedes mal wenn ich höre das Frauen nicht stillen weil es weh tun würde u.ä. rege ich mich drüber aus. Ich bin der Meinung all das sind ausreden. Jeder kann sein Kind stillen.

    • Danni 21. März 2012 an 17:52 #

      Schön, wie tolerant manche Menschen hier sind….
      Nicht jeder hat die Kraft nach der Geburt (die ja auch bei jeder Frau anders verläuft) eine solche Tortur durchzustehen. Evtl. hat man nicht nur ein Kind und muss „funktionieren“.
      Egal welche Gründe eine Frau hat nicht zu stillen – es ist ihr selbst überlassen.
      Ich finde den Artikel auch toll. Er zeigt gerade Schwangeren, die vom Stillen träumen, dass nicht alles eitel Sonnenschein ist nach der Geburt und es evtl. Probleme zu überwinden gilt bevor alles wie am Schnürchen läuft. Oder eben auch nicht.
      Und dann muss jeder für sich selbst entscheiden was er tut.
      Und gerade Deine Äußerung macht Müttern noch mehr Druck.
      Im Endeffekt ist doch nur wichtig, dass es MUTTER und KIND gut geht!
      Liebe Grüße
      Danni

  12. Kaddi 21. März 2012 an 15:35 #

    Hallo Maja, ganz toll geschrieben. Ich war bei meinem ersten Kind ebenfalls Anfang 20 und wollte es allen und mir beweisen. Mein Stillbeziehungsweg war Deinem sehr ähnlich. So manch andere Mama hätte längst die Flasche gezückt, doch ich war stur. Selbst im Krankenhaus wurde ich mit Worten gesteinigt: Geben Sie auf, Ihre Milch reicht nicht. Sie können nicht stillen.

    Ich habe fast ein Jahr gestillt und es sooo genossen. Naja und günstig wars auch. Mittlerweile sehe ich zu viele Mamas zu früh aufgeben und die haben bei weitem nicht solche Stillprobleme. Ich denke dann immer, wenn Ihr doch erst einmal wüßtet, wie schön es auch sein kann.

    Liebe Grüße Kaddi

Schreibe einen Kommentar