Warum Schreien lassen den Babyschlaf vergiftet – Erfahrungen mit dem Familienbett

Das Einschlafen war für mein Baby am Anfang ein großes, kleines Problem gewesen. Mit seiner kleinen Lunge konnte es vor allem eins: Protestieren und es protestierte ausgiebiger als eine Horde Feministen vor einer Hauswirtschaftsschule. Vor allem nachdem ich alles probiert hatte (frisch gewickelt, gestillt und gebadet), fühlte sich bei dem Babygeschrei mein Herz wie ein überdrehtes Karussell an. Mein Baby, und das hatte ich zuvor nirgendwo gelesen, wollte rund um die Uhr Betreuung und sein liebster Schlafplatz war Muttis Arm.

Schlafendes Eskimokind :)

Schlafendes Eskimokind :)

Einige Leser von Chris Blog “Sparbaby” mögen mich schon kennen: Ich bin Maja von www.pusteblumenbaby.de und ich darf euch heute etwas von meinen Erfahrungen mit meinem störrischen Bettpiraten erzählen. Dass Babys getragen werden wollen, dies hatte ich ja schon mal in einem anderen Artikel bei Chris beschrieben. Dort schlug ich vor, Kinder vor allem zu tragen, wenn sie viel schreien. Doch nicht immer haben die nächtlichen Stunden mit meinem, beruhigten Kind im Tragetuch geholfen. Oftmals habe ich gehofft, dass das Sandmännchen bald kommt und mich am besten gleich mitnimmt. Ich bekam nicht genug Schlaf und hierzu möchte ich euch heute eine Lösung vorschlagen.

Ich weiß, Mamas hätten gerne einen ganzen Sack von diesem Sandmanntraumsand. Es soll ja gar kriminelle Mütter geben, die aus Verzweiflung ihrem Kind tatsächlich Schlaftabletten geben. Zumindest habe ich diese Anfragen in Foren immer wieder gelesen. Wenn du nun als Mama so ein Baby hast, das unentwegt schreit, dann kommt dir sicher irgendwann auch der Gedanke “Lass es doch schreien.” Auch ich hatte Phasen, wo ich dachte, ich könnte nicht mehr. Dies war vor allem in Phasen, wo mein Kind sich zu wahren Opernarien aufschwang.

“Schreien-Lassen” aber war für mich nie eine Option, denn Babys, die alleine einschlafen müssen, hören zwar irgendwann auf zu weinen und dies ist sicher eine Entlastung für die entnervten Eltern, tatsächlich aber schaden sie ihrem Kleinen, denn das Baby lernt vor allem Verzweiflung und Resignation. Es spürt, dass auf die Bezugspersonen, nach denen es in seiner hilflosesten Phase ruft, kein Verlass ist. Doch es ist noch schlimmer.

Warum Babys sich nicht in den Schlaf weinen sollten?

Früher war Schreien noch irgendwie legitim und zur Kräftigung der Lunge nach dem damaligen Aberglauben für Babys wichtig. Klar eine Theorie, die sofort Eltern in den Kram passt, setzt sich immer schnell durch. Aber Babys Lungen entfalten sich auch ohne stundenlanges Schreien ganz wunderbar, denn die Lunge selbst ist ja kein Muskel und das Zwerchfell und der Brustkorb werden nicht erst durch Schreien bewegt. Stattdessen erhöht sich der Herzschlag von Babys dramatisch, wenn sie viel Schreien. Der Sauerstoffgehalt verringert sich im Blut und beim Gehirn kommt letztlich davon auch weniger an.

Nun gut ich bin mit der Theorie der kräftigen Lungen ohnehin nie in Kontakt gekommen, denn mein Winzling hatte einen Motor wie ein Kreuzfahrtschiff. Ich bin mir sicher, sie hätte Columbus zwei Tage schneller nach Amerika gepustet. Dennoch wusste ich Schreien-Lassen tut meinem Baby keinen Gefallen. Ich wollte mein Baby darüber hinaus nicht sogleich mit der Methode des kontrollierten Schreien-Lassens manipulieren. Das kleine Herzchen konnte ja noch nicht mal selbstständig essen, wieso sollte es schon lernen, seine Emotionen unter Kontrolle zu bringen, es wollte doch eigentlich nur bei mir sein und verstand von der Welt recht wenig.

Babys weinen, weil sie Angst haben. Euer Baby fürchtet sich und das stresst euer Baby gewaltig. Dies ist sogar nachweisbar, denn mit der Länge des Schreien-Lassens steigt die Konzentration vom Streßhormon Kortisol im Blut. Lassen wir unser Baby also weiter schreien, steigt diese Kortisol-Konzentration auch und kann sogar toxische Wirkung im Gehirn haben. Durch die hohe Konzentration kann es so Strukturen im Gehirn eures Babys zerstören. Wenn ihr euer Baby also schreien lasst, egal ob nun beim Einschlafen, beim nächtlichen Aufwachen, morgens oder auch tagsüber, tut ihr eurem Baby niemals wirklich Gutes. Es ist psychisch bedenklich und wenn wir es genau nehmen ist sogar physisches Gift.

Wie Babyschlaf und eigene Erholung vereinen?

Entspanntes einschlafen schont auch Mamas Nerven ;)

Entspanntes einschlafen schont auch Mamas Nerven ;)

Vorweg, ich weiß es gibt auch problemlose Alleinschläfer-Babys, die ihren Eltern den Feierabend gönnen und sich seelenruhig, selbst wenn die Wand raus gerissen wird, in das Land der Träume schlummern. Aber was tun mit den Exemplaren an Babys, die da anderer Meinung sind und partout nicht schlafen wollen? Wenn die Eltern nach einem Tag voller “Gugus” und “Gagas”, dem vollen Babyentertainment, am Abend nur erschöpft auf das Sofa fallen wollen, dann kommt ihnen meistens Babys Schlaflosigkeit in die Quere. Gerade dieser Babyschlaf ist am Anfang nicht planbar und gerade für perfekt durchgeplante Eltern beginnt hier der Stress. Die Frage also ist: Wie können Eltern und Baby gleichzeitig entspannen?

Wie funktioniert das Familienbett?

Meine Lösung war das Familienbett. Es hat mir geholfen, die Bedürfnisse meines Babys besser zu erfüllen und trotzdem noch erholt und ausgeruht den Alltag zu bestreiten. Im Grunde genommen ist es simpel: Du legst dein Baby neben dich und ihr schlaft gemeinsam ein. Das ist deinem Baby vertraut, denn es ist evolutionär danach ausgerichtet, ständige Nähe zu seiner Bezugsperson zu haben. Es muss sich so nicht vor Säbelzahntigern im Schlafzimmer fürchten und auch die schnell verdaute Milch kann schnell nachgefüttert werden. So kann dein Baby von einigen drängenden Bedürfnissen befreit, friedlicher schlafen.

Soweit die Theorie. Ich hatte mich in der Schwangerschaft für das Familienbett entschieden und als mein Baby dann da war, übernachteten wir die ersten Nächte in einem Bett. Allerdings war ich nicht sonderlich entspannt dabei, ich hatte Angst meinem Baby ein Haar zu krümmen; ich hatte Angst nachts zu einer großen Mamawalze zu mutieren und am morgen mein geplättetes Baby aus dem Bett zu kratzen. Ich lag also zumeist steif wie ein gefrorener Fisch im Bett. Bald aber spielte sich alles ein und mein Baby bediente sich an der Milchbar als gäbe es Freibier und schlief durch die Milch und die Nähe immer schnell ein. Obwohl ich zumeist noch etwas am Blog machen wollte, schlief ich dann meistens gleich mit ein, da ich es ebenfalls als sehr beruhigend empfand. Ich passte also den Schlafrhythmus meines Babys nicht mir an, sondern ich passte mich meinem Baby an. Mein Baby musste sich nicht in den Schalf weinen und ich war nicht genervt vom ewigen am Bett stehen und auf das Sandmännchen-Warten. Wir hatten natürlich auch Nächte, in denen lief es trotz Nähe nicht sehr gut. Mal hatte sie Bauschmerzen und mal ein undefinierbares Nichts weswegen sie weinte. Dennoch aus Angst musste mein Baby sich niemals in den Schlaf weinen und genau das sollten wir anstreben.

Welche Schlaferfahrungen habt ihr mit euren Babys gemacht? Hattet ihr auch ein Familienbett?

Liebe Grüße

Eure Maja

  • Hugo

    “Durch die hohe Konzentration kann es so Strukturen im Gehirn eures Babys zerstören.” Schwachsinn, so was zu schreiben!

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