Parabene in Pflegeprodukten für Babys – Penaten Wundschutzcreme in der Kritik

Parabene sind chemische Stoffe, die eine antimikrobielle und fungizide Wirkung haben. Das heißt, sie eignen sich besonders gut, um Pilze und Bakterien abzutöten oder deren Vermehrung zu verhindern. Parabene werden deshalb in der Industrie gerne als Konservierungsmittel benutzt. Sie finden vor allem in der Lebensmittelindustrie und in der Kosmetikindustrie, unter anderem auch als Methylparaben und Propylparaben bei der Penaten Wundschutzcreme Verwendung. Letzteres führt seit einigen Tagen zu regen Diskussionen auf Blogs und Internetplattformen. Bloggerin Caroline Rosales hat jetzt zusammen mit dem BUND e.v. eine Petition gegen Parabene in Penaten-Wundschutzcreme auf Change.org ins Leben gerufen und fordert: „Penaten: Meine Baby-Wundschutzcreme soll sauber sein!“.  Die Petition hat bisher bereits über 26.000 Unterstützer gefunden.

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Quelle: Caroline Rosales, auf change.org

 

Update: auf seiner Facebookseite hat Penaten-Hersteller Johnson & Johnson nun angekündigt, im Rahmen der weltweiten Umstellung aller Babypflegeprodukte auch die Penaten Wundschutzcreme ab dem zweiten Quartal 2014 ohne Parabene herzustellen.

 

Penaten Wundschutzcreme in der Kritik wegen Parabenen

Penaten Wundschutzcreme wegen Parabenen in der Kritik

 

In unserer Übersicht lest ihr, was es mit Parabenen auf sich hat. Außerdem zeigen wir euch gut getestete Alternativen zu Baby-Produkten mit Parabenen.

Erkenntnisse über Parabene

Parabene werden vor allem als Konservierungsmittel in wasserhaltigen Kosmetika verwendet, weil sich dort Bakterien leichter vermehren können. Das betrifft z.B. Duschgel, Shampoos und Bodylotion. Parabene sollen dafür sorgen, dass die Bakterien und Pilze sich in den Pflegeprodukten nicht vermehren können bzw. gar nicht erst entstehen. Der Grund dafür ist, dass der Verbraucher sich nicht mit z.B. Pilzen infizieren soll und Produkte haltbarer werden.

Nachteil am Einsatz von Parabenen: Sie besitzen eine geringe östrogene Wirkung, d.h., sie haben auf den Körper eine ähnliche Wirkung wie weibliche Hormone. Eine Untersuchung der EU konnte einen Einfluss von Parabenen auf männliche Föten und Kinder feststellen. So wurden bei Jungs vermehrte Änderungen der Geschlechtsorgane (z.B. Hodenhochstand), bei Mädchen verfrühte Pubertät, angefangen beim Brustwachstum festgestellt. Außerdem wird eine hemmende Wirkung auf Androgen, das männlichen Sexualhormon befürchtet. Basierend auf den Ergebnissen der EU-Untersuchung hat das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) den aktuellen Stand der Diskussion über die Wirkung von Parabenen in einer Stellungnahme zusammengefaßt (PDF).

Gesundheitsrisiken bei hormonell wirksamen Chemikalien. Quelle: Bund / i-gelb

Gesundheitsrisiken bei hormonell wirksamen Chemikalien. Quelle: Bund / i-gelb

 

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat Richtwerte für den Einsatz von verschiedenen Parabenen in kosmetischen Produkten herausgegeben.

  • Methyl- und Ethylparaben ist in einer Konzentration bis zu 0,4% als toxikologisch unbedenklich einzuschätzen
  • Butyl- und Propylparaben sollte wegen unzureichender Daten zur Aufnahme über die Haut und zur Exposition insgesamt auf 0,19 % beschränkt werden

In dieser Konzentration sind die Parabene als ungefährlich anzusehen. Es besteht laut Bundesinstitut für Risikobewertung kein Verbotsbedarf für die Verwendung bei Kindern. In Dänemark ist dagegen die Verwendung der langkettigen Butyl- und Propylparabene für Kinder unter 3 Jahren verboten.

Der Cocktaileffekt

Zwar halten sich die Konzerne an diese Richtwerte, Kritiker wie z.B. der BUND gehen jedoch von dem sogenannten Cocktaileffekt aus. Das heißt, jeder Mensch benutzt über den Tag verteilt verschiedene Kosmetika und nimmt Parabene über seine Umwelt auf. Die verschiedenen Parabene kommen im Körper zusammen, sodass die ungefährlichen Werte zur Aufnahme von Parabenen überschritten werden können.

Penaten Wundschutzcreme in der Kritik

Derzeitig gibt es im Netz viele Diskussionen zu dem Thema Penaten und Parabene. Das Thema ist für Mütter und besorgte Verbraucher emotional. Penaten ist eine Marke mit Tradition und Eltern wollen nur das Beste für ihr Kind. Dass Penaten nun gerade Parabene in seiner Wundschutzcreme verwendet, sorgt für Unverständnis, Enttäuschung teilweise aber auch für Gleichgültigkeit bei den Eltern. Die Bloggerin Caro Rosales hat mit BUND e.V. jetzt eine Petition gegen Parabene in Penatencreme gestartet. Über 26.000 Unterstützer gibt es bereits – auf dieser Change-Aktionsseite könnt ihr euch informieren.

Auf seiner Facebookseite und Webseite hat Penaten reagiert und Stellung zu den vermehrten Vorwürfen bezogen. In seiner Mitteilung versucht Penaten die Verbraucher zu beschwichtigen:

Es ist richtig, dass manche Stoffe, die eine endokrine Aktivität, also eine den menschlichen Hormonen vergleichbare Wirkung aufweisen, auch in kosmetischen Produkten eingesetzt werden. Allerdings kommen die vom BUND als kritisch bewerteten Substanzen in Kosmetika nur in solch geringen Mengen mit dem menschlichen Körper in Kontakt, dass eine hormonähnliche Wirkung nicht erfolgen kann.

Sei es nun für das Gewissen der Verbraucher oder aber weil es tatsächlich gesundheitliche Schäden nach sich zieht, in den USA denkt Johnson&Johnson, der Hersteller von Penaten bereits um und stellt seine Produkte nur noch ohne Parabene her. Bis Mitte 2014 soll die Herstellung von parabenehaltiger Wundschutzcreme auch in Deutschland auslaufen und durch ein anderes Rezept ersetzt werden.

Es geht auch ohne: Alternativen zu Produkten mit Parabenen

Folgenende Produkte können laut Ökotest (12/2011) bedenkenlos für Babys genutzt werden

  • Naturprodukte von Weleda und Lavera
  • Hipp Wundschutzsalbe
  • Real Quality Baby-Milk
  • Babydream Extrasensitive Lotion
  • Babylove Ultrasensitive Lotion
  • Bübchen Calendula Milk
  • Beauty Baby Calendula Lotion
  • Nicht alle Penaten-Produkten enthalten Parabene. So wird z.B. die parfümfreie Intensivlotion von der Ökotest als sehr gut empfohlen

Fazit

Ob Parabene in Pflegeprodukten schädlich sind oder nicht, welche Dosis das Gift macht und ob man sowieso jeden Tag genug anderen Giften ausgesetzt ist, darüber gibt es viele Meinungen, einige Studien aber noch mehr Verunsicherung. Wer den Sicherheitskontrollen der EU zum Schutz des Verbrauchers vertraut, wird weiterhin Produkte benutzen die Parabene enthalten. Wer jedoch skeptisch ist und sich verunsichert fühlt, kann auf zahlreiche alternative Kosmetika und Pflegeprodukte umsteigen. Immer mehr Firmen denken im Sinne des Verbrauchers um, so dass man auch hier nicht mehr die teuersten Produkte kaufen muss um auf der parabenfreien, „sicheren“ Seite zu sein.

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