Ratgeber Autokauf: Familien-Kombis im Vergleich

Nachdem wir euch in einem Gastartikel von Jana Henning, Redakteurin beim Neuwagenportal MeinAuto.de, Anfang Juni 2011 eine Familienauto-Checkliste mit Tipps zum Autokauf an die Hand gegeben haben, folgt heute ein Kombi-Vergleich. Denn der Klassiker unter den Familienautos ist immer noch ein Kombi, obwohl die Auswahl mit Minivans, Kompakt-Vans, Hochdachkombis und SUVs wesentlich größer ist. Und das macht die Entscheidung für das richtige Familienauto nicht unbedingt leichter, wenn es das überhaupt gibt.

Familienauto Opel Astra Sports Tourer
Opel Astra Sports Tourer / meinauto.de

Für viele Eltern oder werdende Eltern fällt die Wahl beim Autokauf nach wie vor auf einen Kombi, wenn die Familie größer wird oder der erste Nachwuchs kommt. Warum ein Kombi? Vielleicht wegen dem K wie Komfort, O wie oberste Sicherheit, M wie maximaler Platz, B wie bestes Preis-Leistungsverhältnis und I wie immer fahrbereit.. 

Konkurrenz für den Klassiker Kombi

Vor allem die noch relativ junge Fahrzeugklasse SUV macht dem Kombi als Familienauto immer mehr Konkurrenz. Ganz besonders die Kompakt-SUVs. Wer jetzt auf die Barrikaden geht und sofort an das böse spritfressende Monster denkt: Die heutigen neuen kompakten SUVs wie der Skoda Yeti, Dacia Duster oder VW Tiguan haben mit den Urvätern RAV4 vor allem im Bereich Verbrauch nicht mehr viel gemeinsam. Ein Beispiel: Der neue Tiguan 2.0 TDI mit 103 kW (140 PS) Leistung bringt es auf einen kombinierten Verbrauch von 5,3 l/100 km, was 139 g/km CO2-Emission entspricht. Das nur am Rande und weiter zum Kombi-Vergleich. Wer sich aber für ein SUV interessiert, findet SUVs bei MeinAuto.de in einer extra Übersicht.

Drei Kombis im Vergleich: VW, Opel, Ford

Seit jeher ist der Markt um Kombis in der der Kompaktklasse heiß umkämpft. Wir haben uns drei der beliebtesten herausgegriffen – Opel Astra Sports Tourer (bild oben), VW Golf Variant und Ford Focus Turnier.

Ford Focus Turnier Heckansicht VW Golf Variant Heckansicht
Ford Focus Turnier und Gold Variant / meinauto.de

Die technischen Daten und wichtigsten Informationen zu den drei Kombis findet ihr in der folgenden Tabelle im direkten Kombi-Vergleich.

 Opel AstraVW GolfFord Focus
Sports TourerVariantTurnier
Länge4,70 m4,53 m4,55 m
Breite1,81 m1,78 m1,82 m
Höhe1,54 m1,50 m1,50 m
Wendekreis11,40 m10,90 m11,0 m
Kofferraumvolumen500 l - max. 1.550 l505 l - max. 1.495 l490 l - max. 1.516 l
Geteilte Rücksitzbank60:40:002/3 : 1/340 : 60
Ausstattsvarianten4 (Selection, Design Edition, Sport, Innovation)5 (Trendline, Comfortline, Highline, Exclusive, Style)3 (Ambiente, Trend, Titanium)
BasismotorBenziner mit 74 kW (101 PS) Leistung, 5,9 l/100 km Verbrauch, 139 g/km CO2-EmissionBenziner mit 59 kW (80 PS) Leistung, 6,4 l/100 km Verbrauch, 149 g/km CO2-EmissionBenziner mit 77 kW (105 PS) Leistung, 6,0 l/100 km Verbrauch, 139 g/km CO2-Emission
Listenpreis und weitere Fahrzeugdatenab 18.000,- Euroab 18.700,- Euroab 18.600,- Euro
Opel NeuwagenVW NeuwagenFord Neuwagen

Keine Unterschiede beim Preis & in der Basisausstattung

Preislich liegen die drei Kombis eng beieinander und auch das Kofferraumvolumen ist annähernd gleich. Werfen wir einen Blick in die Basisausstattung, zuerst in Bezug auf die Sicherheit. Fahrer-Airbag, Beifahrer-Airbag mit Deaktivierung, um auch die Babyschale vorne sicher zu befestigen, haben alle drei Kombis serienmäßig. Zum Schutz der hinteren Passagiere, denn das sind meistens die Kinder, sollte auch ein Kopf-Airbagsystem hinten vorhanden sein. Genau das haben Opel Astra Sports Tourer, VW Golf Variant und Ford Focus Turnier in der serienmäßigen Ausstattung bereits drin, genauso wie das ISOFIX-System zur Befestigung der Kindersitze oder den wichtigen Schleuderschutz ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm), das ein Ausbrechen des Fahrzeugs bei hastigen Lenkmanövern oder Bremsvorgängen verhindert.

Komfort gegen Stress

Lange Fahrten mit Kindern im Auto, da kann die Stimmung schnell kippen. Damit das nicht passiert, gehören Pausen ins Anreiseprogramm. Aber – und ich spreche als Mutter eines 5-Jährigen aus Erfahrung – keine halbe Stunde danach wird’s wieder langweilig im Auto. Spiele wie Automarken raten oder zählen, welche Autofarbe in den nächsten 10 Minuten am häufigsten überholt – natürlich nicht, ohne vorher Wetten abzuschließen – sind nur begrenzt unterhaltsam. Malsachen, kleine Puzzle, Reisespiele und Bücher sorgen für Abwechslung. Aber nur, solange sie auch gut verstaut werden können und bequem vom Kind aus erreichbar sind. Sonst startet man mit Nackenstarre in den Urlaub. Das Muss in jedem Familienauto: Genügend Ablagen, Fächer, Taschen und am besten noch ein kleiner Tisch, der sich von der Rückenlehne des Vordersitzes herausklappen lässt. Becherhalter nicht zu vergessen. Richtig praktisch ist es, wenn sich der Mittelsitz, sofern er nicht gebraucht wird, wegklappen und zu einer Mittelarmlehne umfunktionieren lässt.

Focus Wagon. (05/04/2011)

Komfort im Familienauto meist nur gegen Aufpreis

Die Basisausstattung ist absolut in Ordnung, bei allen drei Kombis. Vieles, was wichtig ist, gibt es erst eine Ausstattung höher = teurer oder als Extra. So ist zum Beispiel die aus meiner Sicht für Familienautos wichtige elektrische Kindersicherung in den hinteren Türen beim Ford Focus Turnier erst ab der Ausstattungsvariante Trend und in Verbindung mit einem Family-Paket für 60 Euro zu haben. Ein wichtiges Detail, das es auch ab der Basisversion Ambiente im Angebot sein sollte.

 

VW Golf Variant Airbagsystem

Beim VW Golf Variant gibt es für 170 Euro extra eine Durchlademöglichkeit in der Rücksitzbank inkl. Mittelarmlehne hinten. Für noch einmal 260 Euro extra hat die Mittelkonsole eine 230-V-Steckdose, was bei älteren Kindern wichtig werden könnte. Im Ablagepaket für 205 Euro befindet sich unter dem Fahrer- und Beifahrersitz je ein Ablagefach.

Im Prinzip gibt es alles bei allen Modellen. Man muss nur wissen, was man unbedingt im Auto haben will. Am besten ist es, man macht sich vorher eine Liste und hakt dann beim konkreten Autovergleich nach und nach ab. Eine Übersicht mit weiteren Familienautos gibt’s auf einer Extraseite bei MeinAuto.de.

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Antworten auf

  1. Chris 25. September 2011 an 22:24 #

    Danke für eure Erfahrungsberichte und Kommentare. Das Thema Autokauf ist wirklich nicht so einfach und für jeden sind ein paar andere Punkte wichtig. Auch bei uns ist es ein Skoda (Oktavia Kombi) geworden, nicht zuletzt wegen seines guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Und auch nach jetzt fast 3 Jahren sind wir mit unserem „Octi“ super zufrieden :-)

  2. Skoda 25. September 2011 an 11:43 #

    Der Skoda Roomster ist ein klasse Familien-Auto!

  3. Tinchen 24. September 2011 an 21:20 #

    Ich habe auch lange nach der „eierlegenden Wollmilchsau“ gesucht und letztendlich vor zwei Wochen meinen Seat Ibiza ST Ecomotive Sondermodell Copa ausgeliefert bekommen.

    Ein Kleinwagen-Kombi auf der gleichen Plattform und mit vielen Bauteilen des VW Polos (ist ja der gleiche Konzern). Das Auto ist meiner Ansicht nach ein wirklich gelungener Kompromiss aus optisch ansprechendem Kleinwagen und Familienkombi. Ein für einen KiWa ausreichend großer Kombi mit relativ wenig Verbrauch und halbwegs niedriger Ladekante, in den unser Teutonia Mistral S prima reinpasst ohne irgendwas auseinander bauen zu müssen.

    Isofix ist genauso vorhanden wie getönte Scheiben, Rückfahrgepiepse (ist aber auch ohne nach hinten raus halbwegs übersichtlich) und Sitzheizung für die fröstelige Mama. Ansonsten hat er mindestens genauso viel Sonderausstattung wie Papas Audi (die ich teilweise gar nicht brauche, die aber halt schon drin war :-)

    Er lässt sich super fahren und parken, die Bedienelemente sind übersichtlich und für Leute mit VW-/Audi-Erfahrung an den richtigen Stellen. Die Sitze sind bequem und an die Start-/Stop-Automatik hat man sich ratz fatz gewöhnt.

    Alles in allem freue ich mich also nach wie vor über meine Entscheidung.

    • Chris 25. September 2011 an 22:28 #

      Hallo Tinchen, hört sich auch gut an und die Sitzheizung musste bei uns auch mit rein :-) Danke für Deinen ausführlichen Erfahrungsbericht zum Seat.

  4. Blogolade 24. September 2011 an 19:55 #

    Zu viel Elektronik in den meisten neuen Autos. Das schreckt mich ernsthaft ab. Da kommt dann eine Warnleuchte und man darf nur noch bis zur nächsten Werkstatt fahren. Man kann keine Birne wechseln ohne noch irgendein Firmwarereset zu machen und das beste, neulich von einem Bekannten mit einem Leih-Tiguan erlebt: die Handbremse blockierte. Weil die nicht mehr mechanisch sondern elektronisch ist.

    Alleine wegen dem ganzen Elektronikkram und der Nichtmöglichkeit, auch mal was selbst zu reparieren, geht meine Tendenz zum Dacia.

  5. Jane 24. September 2011 an 19:54 #

    @Verena: Wenn das Auto nicht so häßlich wäre, dann würd ich ja sagen ok aber dann doch lieber den Skoda Superb.

  6. Verena 24. September 2011 an 14:16 #

    Oja ich kann mich auch sehr gut dran erinnern :-) haben uns letztendlich für das Familymodell vom Skoda Superb entschieden. Waren jetzt auch mit Kind und Hund und Kinderwagen im Urlaub und brauchten keinen Anhänget ;-)

  7. verena 24. September 2011 an 10:00 #

    oh man, was haben wir mit diesem thema vor unserem autokauf zeit verbracht. ich kann unsere entscheidung immernoch voll unterschreiben und würde jedem empfehlen: kauft einen skoda roomster! für uns preis/leistungs/insgesamt-technisch 100% die richtige wahl, kinderwagen passt in den kofferraum, wir (mama, papa, kind) und unser gesamter kladderadatsch passen in den rest! :-)

    • Chris 25. September 2011 an 22:29 #

      Den Roomster bin ich auch probegefahren, hat mir eigentlich auch gut gefallen und der viele Platz ist schon super.

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