Stiftung Warentest Spielzeug-Test: 80% der Spielzeuge enthalten Schadstoffe

Der neue Spielzeug-Test der Stiftung Warentest dürfte kurz vor dem Weihnachtsgeschäft nicht nur bei einigen Spielzeugherstellern für schlechte Laune sorgen. Über 80 Prozent der geprüften Spielzeuge sind mit gesundheitsgefährdenden Schadstoffen belastet. Zwei Drittel sogar stark bis sehr stark.

Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest in der November-Ausgabe ihrer Zeitschrift test, in der die Sicherheit von Spielzeug für Kinder unter drei Jahren getestet wurde. Erschreckend ist, dass unter den Spielzeugen, die die gängigen Sicherheitstests nicht bestanden hat, nicht nur Billigramsch, sondern auch Markenprodukte von Brio, Eichhorn, Fisher Price, Plan Toys, Selecta, sigikid, Steiff und Thomas & Friends sind.

Alle Produkte im Test

Da der Test gerade erst veröffentlicht wurde, ist es noch etwas früh – ich habe den vollständigen Testbericht schon hier und werde mir die Ergebnisse ganz genau anschauen und dann in einem Folgeartikel noch genauer darauf eingehen. Die getestete große Brio Holzeisenbahn steht auch auf unserem Weihnachtswunschzettel – ob sie da bleibt, ist nach dem Testurteil “Sehr stark belastet” sehr unwahrscheinlich.

Entflammbarkeit
*wuff* – Plüschaffe von Sigikid im Entflammparkeitstest

Die am häufigsten gefundenen Schadstoffe, mit denen das Spielzeug fast immer deutlich, stark oder sehr stark belastet war, waren PAK (Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe), Phthalate, Formaldehyd, Nonylphenol, Schwermetalle oder zinnorganische Verbindungen. Ausgerechnet Holzspielzeug ist stark mit Schadstoffen belastet, keines im Test ist völlig schadstofffrei. Über die Hälfte der Produkte im Test kommt aus China. Erst 2007 wurde in China hergestelltes Spielzeug millionenfach zurückgerufen. Auf das CE-Zeichen, mit dem der Hersteller behauptet, dass er alle EU-Richtlinien für das Produkt einhält, ist laut test wenig Verlass. Es ist bei Spielzeug Pflicht und stand deshalb auf jedem der 50 geprüften Produkte.

Die Stiftung rät, vor dem Kauf von Spielzeug nach ablösbaren Kleinteilen zu schauen und es bei auffälligem Geruch lieber im Laden zu lassen. Puppen sollten für Kleinkinder am besten aus Stoff sein.

Hier noch ein interessantes Video zu den Testmethoden, die Spielzeuge müssen einiges über sich ergehen lassen:

Der ausführliche Test Spielzeug ist in der November-Ausgabe der Zeitschrift test und online unter www.test.de/spielzeug veröffentlicht.

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Antworten auf

  1. Anja 18. November 2010 an 12:26 #

    Hallo, mir es ähnlich ergangen. Leider kommunizieren die deutschen Hersteller nicht immer, wenn Sie Ihre Produkte in China produzieren. Man findet aber immer noch eine gute Anzahl von Holzspielzeug-Herstellern, welche in Deutschland nach hohen Qualitätsstandards produzieren.
    Ich hoffe, dass durch solche Test endlich mal etwas gemacht wird, was ja jetzt auch wohl angedacht ist.

    Auch wünsche ich mir, dass die Eltern etwas mehr auf dieses Thema sensibilisiert werden.

    Liebe Grüße Anja

  2. Kittey 25. Oktober 2010 an 13:33 #

    Über den Test bin ich auch total erschrocken. Vor allem, dass billiges China-Spielzeug oftmals nicht schlechter war als teures aus Deutschland. Das bringt eventuell eine ganze Branche wieder in Verruf :/

    Leider ist Holzspielzeug auch nicht zwangsweise besser gewesen (an Cathrin gerichtet). Wenn dieses lackiert ist, wurde in einigen Lacken schädliche Stoffe nachgewiesen!

  3. jane 24. Oktober 2010 an 10:46 #

    Hi,
    bin auch kein Fan von Panikmache. Vieles wird von den Medien auch sehr gepusht (die Zeitungen müssen sich ja auch verkaufen ;-) ). Aber gerade solche Tests finde ich persönlich enorm wichtig. Werde mir diese Ausgabe der Stiftung-Warentest auch besorgen und bestimmt auch mein Kaufverhalten für Weihnachtsgeschenke etwas danach orientieren. Klar, wie Karin schon geschrieben hat, vor 40 Jahren war das jedem egal. Aber vor 40 Jahren wußte auch noch keiner über die Risiken die bestimmte Mittel mit sich bringen. Vor 40 Jahren waren die Kinder auch insgesammt weniger Umweltbelastungen ausgesetzt (Elektrosmog, Feinstaub…). Finde das also nicht wirklich ein Argument insbesondere da die Belastung vieler getesteten Spielzeuge über der geseztlichen Norm lag(also eigentlich verboten ist). Klar, wenn ich eines der Spielzeuge zu hause habe würde ich es auch nicht weg werfen, aber wenn ich vor der Kaufentscheidung stehe eines einer Firma zu kaufen dessen Produkte eine wesentlich zu hohe Belastung im Test aufwiesen werde ich mich gegen dieses Produkt entscheiden! Warum soll ich mein Kind einem, auch wenn es auch nur ein geringes Risiko ist, diesem Risiko aussetzten wenn es auch zu vermeiden ist. Auch hoffe ich natürlich das die Hersteller durch solche Tests etwas mehr sensibilisiert und achten mehr auf die Qualität der verwendeten Materialien (na ja, die Hoffnung stirbt zuletzt ;-) ) Aber, wie auch schon geschrieben, muß das jeder für sich selbst entscheiden :-)
    VLG Jane

  4. Jürgen 22. Oktober 2010 an 20:12 #

    Den MZ-Artikel habe ich auch gelesen, er basiert auf den Ergebnissen der Stiftung Warentest.
    Aber wie teilweise schon festgestellt wurde, muss man die Kirche im Dorf lassen… egal ob in Germany oder China ;-)

  5. Cathrin 22. Oktober 2010 an 13:59 #

    Ich schaue halt, dass ich entweder gebrauchte Sachen vom Flohmarkt bekomme. Oder auf Qualität achte (Holz, wenige Farben, … nicht unbedingt immer Bio – der regionale Bauer tut’s auch), und versuche „Made in China“ oder India oder Bangladesh oder sowas zu vermeiden. Ist aber sauschwer heutzutage. Gerade bei Kleidung. Das geht bei uns aber so weit, dass mich meine Verwandtschaft fragt, was sie der Kleinen schenken dürfen. Man will halt nur das beste für die Kleinen.

    Wenn jetzt aber doch was dabei ist, was „schädlich“ ist (wobei man ja immer noch nicht weiß, ob das wirklich alles sooooo schädlich ist), denk ich mir auch: Mensch, ich bin in der Chemiehochburg der DDR groß geworden, und kerngesund. Da wird’s die Kleine auch überleben…. ;-)

    Aber ich muss zugeben: Ich hab diese Woche die Haba Eisenbahn dank 10% und portofrei gekauft. Denn zu einer „komplett aus Holz“-Eisenbahn gehört einfach keine Plastik…

  6. leya 22. Oktober 2010 an 13:22 #

    eine Holteisenbahn haben die zwar nicht aber dafür verschiedenes gebrüftes Spielzeug mit innenliegender ungiftiger Farbe und Naturbauhölzer nur mit Leinenöl geölt:

    http://www.avalon-naturtextil-shop.de/

  7. Karin 22. Oktober 2010 an 13:10 #

    Ich finde heutzutage ist gar nichts mehr gesund. Ich finde man reagiert da total über! Was meint ihr, mit was wir vor 40 Jahren gespielt haben, da hat sich noch keiner um giftige Farbe am Holzspielzeug und über irgendwelche Platikpuppen die gestunken haben gekümmert, man war ja froh, man hatte was zu spielen. Ich finde wenn man sich jetzt z.B. von der Brio Holzeisenbahn ausgehend dadurch abbringen lässt, sie nicht zu kaufen, dann muss ich dem Kind alle Spielsachen wegnehmen, denn ich denke dass da in vielen Kinderzimmern „giftiges“ Zeug rumliegt. Also, wo höre ich auf, wo fange ich an. Klar macht es einen nachdenklich, aber ich werde jetzt sicherlich NICHT meine Brio Eisenbahn in den Sperrmüll tun, zumal ja unsere ganz aus Holz ist, gut wir haben auch Platikteile wie Bahnhof u.ä. Wird meiner Meinung heute alles überbewertet, gut wir sind die letzten Jahre einfach sensibler geworden, aber trotzdem, ich denke man kann heutzutage nicht mal die Luft zum Atmen mehr als gesund bezeichnen, trotzdem werde ich weiterleben bis mein letztes Stündlein geschlagen hat. Wieviel Kleidung ist belastet, kauft ihr alles aus BIO, ungefärbt und aus reiner Naturwolle / Naturprodukten, ich denke dass ist für den Körper noch belstender als wenn mein Sohn mal eine 1/4 Std. mit der Brio Eisenbahn spielt. Esst ihr NUR gesund??!!!?? Auch wenn ich jetzt „geschlagen“ werden, ist halt meine Meinung. Ich achte auch sehr auf Qualität, bei der ich für meine Kinder auch mal ein paar € mehr ausgebe und da auch ERWARTE, dass sie einwandfrei ist, aber wie gesagt eine GARANTIE gibt es eben nicht und jetzt wieder mal in PANIK zu geraten ist heute einfach unsere Lebensart. Panikmache und alles dermaßen gegenseitig hochspielen bzw. hochschaukeln, ist in letzter Zeit eh die Tagesordnung, ich will gar nicht an die Schweinegrippe-Zeit zurückdenken. Was für ne Panik! Also, brecht in Panik aus, wälzt Berichte und Tests und schreibt dann die Weihnachtsliste, aber passt auf wenn Oma ein Geschenk mitbringt das nicht auf der Liste stand, vielleicht ist es ja belastet, entsorgt es am besten gleich noch vor den Augen eurer Kinder. So, dass musste jetzt sein. SORRY! Trotzdem DANKE für eure Berichte und Tests – ich les sie ja auch und denke mir dann meinen Teil und entscheide für mich selbst.

    • Sabrina 22. Oktober 2010 an 13:49 #

      Sehe und denke ich zum großen Teil genauso! Und ich bin da echt so, dass ich normal alles aufpasse usw……

      Hmm

    • Marlen 22. Oktober 2010 an 17:59 #

      Karin, im Großen und Ganzen sehe ich das auch so wie du. Aber vor 40 Jahren war auch die Industrie noch nicht so weit wie heute… Von daher denke ich, dass dieser gern verwendete Hinweis doch etwas hinkt.
      Du hast natürlich völlig recht, dass vieles heutzutage überbewertet wird. Es gibt eben mehr Informationsquellen, mehr Tests und viel zu wenig „mitdenkende“ Leute, die sich oft und gerne verunsichern lassen ;-)
      Denn auch die Tests sollte man kritisch betrachen und nicht immer einfachso hinnehmen…

  8. Sandra 22. Oktober 2010 an 13:04 #

    Und wie sieht es mit Haba aus? Ich habe sehr viel Haba-Spielzeug (zumeist Stoff, aber auch mit Holz) für unseren kleinen Zwerg gekauft, man ist sich jetzt ja völlig unsicher…

  9. Ines 22. Oktober 2010 an 12:51 #

    Oh je, nicht mal mehr den Markenherstellern kann man vertrauen. Da zahlt man einen höheren Preis und erwartet Qualität und dann sind die Sachen dennoch belastet. Die Brio Holzeisenbahn stand auf dem Zettel als Geschenk für meinen Neffen, aber die wird es nun definitiv nicht geben. Bin gespannt auf deinen Shopping-Guide Holzeisenbahnen.

  10. Sandra 22. Oktober 2010 an 12:26 #

    hat Ikea nicht auch eine Holzeisenbahn? Oder ist die von Brio?

  11. Claudia 22. Oktober 2010 an 12:13 #

    Auch bei uns stand die Brio Bahn auf dem Wunschzettel – gibt es denn eine unbedenkliche Holzeisenbahn? Wer weiss was?

    • Chris 22. Oktober 2010 an 12:20 #

      @Claudia. Am bedenklichstens war offenbar der Plastikhügel in diesem Set. Ich weiss nicht ob man das jetzt so veralggemeinern kann, werd ich mir mal alles genau durchlesen und nächste Woche gibt es dann auch noch einen „Shopping-Guide“ Holzeisenbahnen, ich beschäftigte mich damit jetzt schon eine Weile. Blöderweise sind das ja nur Stichproben, man weiss dadurch nicht, ob nicht andere Hersteller die gleichen Probleme haben. Vergleichbar sind IKEA, Eichborn, Haba..

  12. Kate 22. Oktober 2010 an 11:31 #

    Wieder ein Grund mehr für mich, hauptsächlich gebrauchtes Spielzeug zu kaufen. Es ist nicht nur günstiger, sondern auch „ausgedampft“.

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