Die verkannte Gefahr – Kinder ertrinken leise

Was viele nicht wissen: Kinder ertrinken leise. So herrlich es am Wasser ist, selbst die Pfütze im Planschbecken kann gefährlich werden.

Kinder beim Baden immer im Auge behalten (Foto: Canva)

Endlich ist es sommerlich warm. Die Freibäder öffnen und auch die Badeseen locken Familien. Toben im Wasser ist toll und Kinder sollten das auch ausgiebig machen dürfen. Aber nie unbeaufsichtigt. Auch nicht im heimischen Planschbecken. Denn noch immer ist Ertrinken die zweithäufigste unfallbedingte Todesursache bei Kindern, bei Kleinkindern bis 4 Jahren sogar die häufigste. Und auch wenn es nicht zum Schlimmsten kommt –  Badeunfälle können für Kinder zu schweren Folgeschäden führen, denn wenn ihr Gehirn nicht mit Sauerstoff versorgt wird, kann es schnell massiv geschädigt werden.

Aus dem Kindersicherheitsreport zum Thema „Sicherheit im und am Wasser“ von AXA und BAG geht hervor, dass fast die Hälfte aller Eltern nicht wissen, dass ein Kind unter drei Jahren schon ab einer Wassertiefe von etwa 5 Zentimetern ertrinken kann. Und fast jeder Achte würde ein Kleinkind unter drei Jahren kurzzeitig alleine in der Badewanne lassen, etwa wenn es klingelt.

Kleinkinder können schon ab einer Wassertiefe von etwa 5 cm ertrinken (Foto: Canva)

Nur im Fernsehen oder im Kino ist Tod durch Ertrinken laut und dramatisch

Der ehemalige Rettungsschwimmer Mario Vittone berichtet von einem Badeunfall – in letzter Minute konnte ein Mädchen gerettet werden – sein Vater war mit im Wasser und hatte sich nur kurz umgedreht. Wieso hat er nichts bemerkt? Wieso können Kinder ertrinken, wenn ihre Eltern in der Nähe sind, sich unterhalten, lesen oder sich nur kurz umdrehen?

Für Mario Vittone ist das nicht überraschend:

„Das Ertrinken ist fast immer ein trügerisch ruhiger Vorgang. Das Winken, Spritzen und Schreien, auf das wir durch die dramatische Konditionierung vorbereitet sind, zeigt sich in der Realität nur selten.“

Mario Vittone, ehemaliger Rettungsschwimmer

Dieses falsche Bild hat schlimme Folgen: Auf viele Menschen wirkt Ertrinken nicht wie ertrinken. Und so kommt es, dass Eltern den Unfall nicht bemerken.

Kinder zwischen 0 – 2 verunglücken am häufigsten in der Badewanne (Foto: Canva)

Die Gefahr liegt ganz nah: Laut der European Child Safety Alliance (ECSA) verunglücken Kinder bis zu zwei Jahren am häufigsten in der Badewanne. Ein- bis Dreijährige ertrinken meist in Gartenteichen, die Zwei- bis Sechsjährigen in offenen Gewässern. Die über sechsjährigen Kinder ertrinken meist in Schwimmbädern.

„Für die Kleinen reichen schon wenige Zentimeter, um zu ertrinken. Aufgrund ihres überproportional großen Kopfes verlieren Kinder leicht den Halt. Fallen sie mit dem Kopf ins Wasser, löst dies eine Art Schockreaktion aus, die Stimmritze im Rachenraum schließt sich und macht die Atmung unmöglich“, so Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt und Sprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Dieser schockartige Reflex, der die Atmung blockiert, wird auch „trockenes Ertrinken“ genannt. Oft erstickt das Kind dabei, ohne dass ein Tropfen Wasser in die Lungen gelangt.

Ein schockartiger Reflex blockiert die Atmung und führt dazu, dass Ertrinkende nicht um Hilfe schreien können (Foto: Canva)

Kinder und Wasser ist daher immer eine gefährliche Kombination

Badewanne, Planschbecken oder eine Regentonne können für kleine Kinder sehr gefährlich werden. Die Bundesarbeitsgemeinschaft „Mehr Sicherheit für Kinder“ betont daher: Babys und Kleinkinder sollten nur in speziellen Badewannen baden und dabei auf keinen Fall allein gelassen werden. Erwachsene dürfen sich niemals, auch nicht für kurze Zeit, (etwa, um ans Telefon zu gehen oder die Tür zu öffnen) von dem Kind wegbewegen.

Am Badesee oder am Meer kann es passieren, dass der Brandungssog so stark ist, dass Kindern – und Erwachsenen – die Füße weggezogen werden können. Beim Toben können Kinder (gerade im Schwimmbad) mit dem Kopf aufschlagen. Entkräftung oder Kreislaufprobleme bereiten selbst geübten Schwimmern Probleme, und Kinder überschätzen ihre Fähigkeiten, gerade bei Strömung, oft.

Kleinere Kinder erkennen vor allem die Gefahren am Wasser nicht: Sie sind zu vertieft in ihr Spiel um hohe Wellen zu bemerken, spielen auf Badestegen oder laufen hinter Bällen hinterher. Schwimmflügel verleihen eine trügerische Sicherheit, denn kippen Kinder in das Wasser, können sie auch mit diesen Schwimmhilfen ertrinken, weil ihr schwerer Kopf sie nach unten zieht. Wirklich sicher sind nur Rettungswesten – und eben der elterliche Blick, der nicht abgelenkt werden sollte!

Kinder beim Baden immer im Auge behalten (Foto: Canva)

Badeunfälle vermeiden

Am besten helfen Vorbeugung und Aufmerksamkeit. Kleinere Kinder nie unbeaufsichtigt in der Badewanne oder im Planschbecken lassen. An Badeseen, Küste oder Schwimmbad immer das Kind im Blick behalten – ist man mit mehreren Erwachsenen dort, unbedingt absprechen, wer „zuständig“ ist, denn sonst ist jeder der Meinung, der Andere würde schon gucken. Leider geht es ganz schnell, dass ein Kind „verschwindet“.

Außerdem niemals einem älteren Kind die Aufsicht übertragen. Sie sind weder dazu in der Lage, aufzupassen, noch sollten sie fälschlicherweise zur Verantwortung gezogen werden.

Sehr wichtig ist auch, den Kindern möglichst früh schwimmen beizubringen – und eben sich klar zu machen, dass Schwimmflügel nicht wirklich schützen.

Sollte ein Kind tatsächlich einen Badeunfall gehabt haben, es sofort aus dem Wasser ziehen, keine Sekunde zögern. Damit die Körpertemperatur aufrecht erhalten wird, unverzüglich in eine Decke wickeln, denn Unterkühlung kann schon bei einer Wassertemperatur unter 28° Grad rasch eintreten.

Auch wenn das Kind ansprechbar ist und „nur ein bisschen Wasser geschluckt hat“, einen Arzt aufsuchen und diesen genau informieren, damit er vor allem die Lungen des Kindes genau untersuchen kann.

Wenn ein Kind bewusstlos ist, sofort in die stabile Seitenlage bringen. Kontrollieren, ob die Atemwege frei sind und sofort Mund-zu-Mund, bzw. Mund-zu-Nase (Babys) machen. Notarzt anrufen und bis zu dessen Ankunft mit Beatmung und Herzdruckmassage weitermachen. Wichtig: nicht aufhören, auch wenn schon eine lange Zeit vergangen ist!

Auf keinen Fall schütteln oder mit den Beinen nach oben in die Luft halten, um etwa das Wasser aus der Lunge zu schütteln. Dies kostet nur unnötig Zeit und bringt nach neusten Erkenntnissen keinerlei Nutzen.

Kinderunfälle sind oft vermeidbar. Besonders gut ist es, wenn Eltern ihr Erstes-Hilfe-Wissen immer wieder auffrischen. Das kann Leben retten!

Linktipp:  Kindersicherheit: Badeunfälle vermeiden

Baderegeln der DLRG für Kinder zum Anschauen und zum Download als Ausmalbilder

Baby und Trinken – wie viel sollte ein Baby trinken und was ist eine Wasservergiftung?

10 Antworten auf die häufigsten Fragen zum Baby und Trinken: trinkt es genug oder zu wenig und was ist eine Wasservergiftung?

Woher weiß ich, ob mein Baby genug trinkt? Wieviel ist zu viel? Wir haben für dich die Antworten zu den 10 häufigsten Fragen zum Thema Trinken für Babys.

 Baby und Trinken – 10 Antworten auf die häufigsten Fragen zum Trinken (© Thinkstock)
Was und wieviel soll mein Baby trinken – 10 Antworten auf die häufigsten Fragen zum Trinken (© Thinkstock)

Es kommt bei Säuglingen nicht darauf an, wie hoch die Trinkmenge pro Mahlzeit ist. Bei Stillbabys ist das schwer zu berechnen und ein Wiegen vor und nach dem Stillen ist für Mutter und Kind nur anstrengend. Bei vollgestillten Babys und bei Säuglingen, die ausschließlich Flaschennahrung bekommen, gibt es einige Zeichen, die dir zeigen, dass dein Baby ausreichend versorgt wird:

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Checkliste – die besten Tipps für den Frühjahrsputz

Viele Putzmittel können schädlich sein – besonders in der Schwangerschaft und natürlich auch für Babys und Kinder. Wie man das Reinemachen schnell und sauber hinter sich bringt, zeigen unsere Tipps für den Frühjahrsputz – mit Checkliste und Rezepten zum Selbermachen.

Putzen in der Schwangerschaft – nur kein Stress (©stock.adobe.com | artursfoto)

Die Sonne bringt es an den Tag: Die Fenster sollten geputzt werden, im Bad sind Kalkablagerungen und Wollmäuse auch keine Mitbewohner, die man gern hat. So dringend ein Frühjahrsputz auch sein mag, vor allem werdende Mütter sollten vorsichtig sein und auf jeden Fall darauf achten, dass sie sich nicht überanstrengen. Boden wischen, Wäschekörbe heben, Schränke verschieben oder gar akrobatische Verrenkungen, um auch in den hintersten Ecken Staub zu wischen, sollten tabu sein.

Der Gynäkologe und Präsident des Berufsverbandes Deutscher Frauenärzte (BVF) Dr. Christian Albring warnt, dass eine Überanstrengung auch in einer unkomplizierten Schwangerschaft zu frühzeitigen Wehen führen kann.

„Hinzu kommt, dass viele Hausarbeiten wie z. B. Fenster- und Schränke putzen auf Leitern oder wackeligen Stühlen eine Unfallgefahr für Mutter und Kind bedeuten. Mögliche Blutdruckschwankungen, verbunden mit Schwindelanfällen, erhöhen in der Schwangerschaft das Sturzrisiko.“

Woran die wenigsten Stillenden und schwangeren Frauen denken: viele Reinigungsmittel sind bedenklich, da sie gesundheitsgefährdende Dämpfe abgeben oder schädliche Inhaltsstoffe enthalten. Während es wenig Untersuchungen über die Auswirkungen auf die Muttermilch gibt, so haben Wissenschaftler durchaus untersucht, welche Folgen es haben kann, wenn Schwangere viel Kontakt mit chemischen Haushaltprodukten haben.

Laut einer Studie der britischen Universität Bristol unter der Leitung von Andrea Sherriff neigen Kinder von Frauen, die mit vielen schädlichen Stoffen putzten, zu Atemgeräuschen und später zu Asthma. Eifriger Gebrauch von Reinigungsmitteln führte überdies zu schlechteren Ergebnissen beim Lungenfunktionstest, wie eine weitere Studie aus Bristol zeigt.

Welche Mittel sollten Schwangere meiden?

Völlig überflüssig sind Reinigungsmittel mit desinfizierender Wirkung im Haushalt, das erklärt sogar das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz. Die antibakteriellen Substanzen beseitigen tatsächlich nicht mehr Keime als normale Reiniger, schädigen aber die Hautflora und können dazu beitragen, dass es zu einer Zunahme an Allergien kommt.

Generell wird empfohlen, während der Schwangerschaft auf natürliche Putzmittel umzusteigen. Denn so verlockend die „Schnell-drauf-und-alles-ist-weg“ Sprays sind, schon ihre unangenehmen Dämpfe verraten jedem Laien, dass hier viel ungesunde Chemie im Spiel ist. Und die sollte auch nach der Schwangerschaft lieber nicht im Familienhaushalt sein – denn Babys und Kleinkinder könnten sonst gefährdet sein.

Nicht nur für Schwangere, sondern auch Babys und Kleinkinder sind Putzmittel gefährlich (©stock.adobe.com | misskaterina)

Jeder Drogeriemarkt hat mittlerweile Paletten an Ökoputzmitteln. Beim Kauf empfiehlt es sich, auf Gütesiegel zu achten. Zum Beispiel auf den „blauen Engel“: dieses deutsche Umweltzeichen ziert weniger belastende Produkte. Die Vergabekriterien für die freiwillige Auszeichnung des Umweltbundesamtes werden von einer unabhängigen Jury erarbeitet.

Als Faustregel gilt: Je spezieller das Reinigungsmittel, desto mehr Schadstoffe enthält es meist. Nicht jeder Raum und jedes technische Gerät braucht ein eigenes Spezialspray. Die Wirkstoffliste auf der Verpackung sollte sorgfältig gelesen werden. Wenn es nicht vermeidbar ist, mit einem chemischen Mittel zu arbeiten, auf jeden Fall Handschuhe tragen, Fenster geöffnet haben und gut durchlüften.

Putzmittel – weniger ist mehr

Experten sind sich einig: mit einer Putzstrategie, den richtigen Putzmitteln und einer geeigneten Putzausstattung geht das Reinigen eigentlich ganz schnell.

Vier Grundreinigungsmittel auf der Basis von Schmierseife, Essig und Zitrone sind ausreichend. Und zwar: ein milder Allzweckreiniger für Oberflächen, Fußböden und Fliesen; Scheuermilch (bzw. Salz, Essig und Zitrone) für hartnäckigen Schmutz in Bad und WC, ein Spülmittel für leichte Verschmutzungen und zur Reinigung der Fenster und zum Entkalken Essigessenz oder Zitronensäure.

Zero Waste und Zero Chemie – DIY Putzmittel

Um Putzmittel selbst herzustellen, braucht es eigentlich nur 5 Zutaten: Natron (auch bekannt als Kaisernatron), Essigessenz, eine Seife (z.B. Kern- oder Olivenseife), Soda (auch als „Waschsoda“ zu finden) und Zitronensäure. Das Beste daran: Wenn ihr eure Putzmittel selbst macht, tut ihr nicht nur euch und eurem Baby, sondern auch der Umwelt und eurem Geldbeutel etwas Gutes. Die Zutaten sind günstig und außerdem sehr ergiebig. Gegenüber herkömmlichen Reinigungsprodukten – die dazu noch schädlich sind – lässt sich einiges sparen.

Hier findet ihr zwei unserer liebsten Rezepte:

Spülmittel

Unser persönliches Lieblingsrezept für Spülmittel stammt von Charlotte und ihrem Blog „Plastikfrei leben“. Folgende Zutaten braucht ihr dafür:

  • 35 g Seife (am besten Olivenölseife)
  • 2 EL Natron
  • 800 ml Wasser

Für die Herstellung raspelt ihr zuerst die Seife klein und gebt die Raspel in das bereits kochende Wasser. Anschließend fügt ihr das Natron hinzu, verrührt alles gut miteinander und füllt die abgekühlte Flüssigkeit in eine Flasche um. Das Spülmittel ist ca. 2 Wochen haltbar.

Allzweckreiniger

Für Allzweckreiniger können wir das Rezept von Lisa und ihrem Blog „ich lebe grün“ empfehlen. Die Herstellung ist denkbar einfach. Ihr benötigt:

  • Essig
  • Wasser
  • wer mag: Orangen- oder Zitronenschalen

Essig und Wasser werden in einem Verhältnis von 1:2 miteinander vermengt. Also beispielsweise eine Tasse Essig auf 2 Tassen Wasser. Dafür könnt ihr beides einfach in ein Schraubglas geben und gut schütteln. Wer mag, kann außerdem etwas Orangen- oder Zitronenschale hinzugeben und in dem Gemisch ziehen lassen. Das ist nicht notwendig – riecht aber gut.

Buchtipp: Allen, die sich für das Thema interessieren, können wir außerdem dieses Buch (Bestseller Nr. 1 in der Kategorie Haushalt) ans Herz legen. Alle möglichen Tipps und Tricks, sowie tolle Rezepte zum Nachmachen findet ihr hier gebündelt. Neben Reinigungsmitteln sind beispielsweise auch jede Menge Rezepte für Kosmetikartikel (wie Deo oder auch Badezusatz) im Buch enthalten. Große Empfehlung!


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Gute Haushaltshelfer machen das Putzen leichter

Ein Staubsauger und ein Wassereimer sind sicher jedem Haushalt vorhanden. Auch Haushaltsschwämme, Schwammtücher und Baumwolltücher. Ob Wischmopp oder Bodenwischtuch ist sicher Geschmackssache, beides ist etwa gleich effektiv – Moppsysteme sind allerdings schonender für den Rücken. Praktisch sind auch Staubwedel, die Staub so anziehen, dass er nicht aufgeschleudert wird.

Alle helfen mit beim großen Frühjahrsputz (©stock.adobe.com | Halfpoint)

Hilfreich sind Gummihandschuhe, damit die Hände geschützt werden und Mikrofasertücher. Denn die saugen dank ihrer speziellen Struktur Schmutz und Staub besonders gut an – sogar mit wenig oder gar keinem Putzmittel. Für Glasflächen in Bad und an den Fenstern hat sich ein Gummiabzieher bewährt.

Geheimtipp: In keinem Haushalt mit Kleinkindern sollte ein Schmutzradierer nicht fehlen. Denn er arbeitet schnell und geräuschlos, liegt gut in der Hand, riecht nicht und „zaubert“ ohne viel Aufwand alle möglichen Arten von Dreck weg. Angefangen vom Breiklecks auf der Tapete bis hin zu Bleistiftzeichnungen an der Tür.

Gut geplant ist schon halb geputzt

Alles muss sauber werden! Und schon werden alle Fensterbänke leergeräumt, die Lebensmittel aus den Schränken geholt und der ganze Haushalt gleicht einem Schlachtfeld. So ist das Putzen eine schwierige Sache. Zum einen ist es kaum möglich, zu pausieren oder gar das Putzen auf den nächsten Tag zu verschieben, wenn es doch zu anstrengend wird. Zum Anderen wirkt die Arbeit so auch viel schlimmer und aufwändiger als sie ist – und Teilerfolge sind kaum sichtbar. Sehr viel mehr Sinn macht es daher, beim Großputz systematisch nach einer bewährten Reihenfolge vorzugehen:

  • Aufräumen und Müll entfernen: Wenn alle Böden frei sind, fällt der Überblick leichter. Zunächst alle Räume in eine „ordentlichen“ Zustand bringen und alles an seinen Platz räumen. Dann kann auch ein erster Überblick für die kommende Schlacht gut getroffen werden. Hat ein Raum einen besonderen Reinigungsbedarf?
  • Küche aufräumen: Geschirr abwaschen, bzw. in den Geschirrspüler stellen, Ablagen und Oberflächen frei räumen
  • Im Bad, Vorspiel: Handtücher in die Waschmaschine packen, alles leer räumen. Mit Zitronensäure WC und Verkalktes vorreinigen und einwirken lassen.
  • Fenster putzen: Vor dem Saugen und Wischen der Räume die Fenster putzen. Mit einem Schwamm und warmen Wasser mit ein wenig Allzweckreiniger vorwischen, hartnäckigen Schmutz mit Glasreiniger entfernen, dann abziehen und mit einem fusselfreien Tuch polieren. Das sollten Sie auf jeden Fall vor dem Saugen und Wischen in allen Räumen erledigen – sonst tropft womöglich das Putzwasser von den Scheiben auf den frisch gewischten Boden. Dafür zunächst die Scheiben mit einem Schwamm und Wasser vorschrubben, dann hartnäckigen Schmutz mit einem Glasreiniger entfernen, zum Schluss mit einem trockenen, fusselfreien Geschirrtuch nachwischen. Einige schwören auch auf Zeitungspapier. Auch die Rahmen sollten unbedingt mitgereinigt werden, bei Kunststoffrahmen wirkt ein feuchter Schwamm mit einem Klecks Zahnpasta am besten. Holzrahmen lassen sich mit einfachem Spülmittel am besten von Schmutz befreien
  • Im Bad, Hauptakt: Der gröbste Schmutz und Kalk in Toilette und Dusche sollte sich jetzt gelöst haben. Mit Schwamm oder Bürste mit Wasser nachwischen. Ist die Verunreinigung im WC besonders schlimm, hilft ein Bimsstein-Reiniger oder ein milder Toilettenreiniger. Waschbecken, Dusche und Wanne mit Allzweckreiniger wischen, bei wenig Schmutz reicht auch ein Mikrofasertuch mit Wasser. Armaturen und Spiegel mit Tuch polieren, zuletzt den Boden wischen.
  • Wohnzimmer, Schlafzimmer: Erst Staub wischen, dann saugen. Sicher kann man das Reinemachen auch dazu nutzen, mal wieder zu überlegen, ob nicht vielleicht das ein oder andere Teil entsorgt werden kann. Aber Vorsicht: Das wird eventuell ein Zeiträuber. Also lieber erst sauber machen, dann ausmisten.
    Tierbesitzer sind gerade im Frühjahr oft genervt von vielen Haaren. Tipp: mit ausgedienten Strümpfen über Möbel wischen. Das Nylon lädt sich statisch auf, Haare und Staub bleiben daran hängen.
  • Kinderzimmer: Auch hier gilt das gleiche Prinzip wie in den anderen Wohnräumen. Erst Boden leer räumen, dann Staub wischen, dann saugen. Es macht gerade bei Kindergartenkindern mit großer Schatzsammlung Sinn, das Aussortieren mit dem Aufräumen zu verbinden. Erstaunlich, wo sich überall Kleinigkeiten verstecken können, also aufpassen, dass keine kleinen Schätze im Sauger landen.
  • Flure: Sind alle Wohnräume geschafft, kommen Flure und Treppen dran. Auch hier gilt: erst ran an den Staub, dann an den Staubsauger und dann heißt es wischen.
  • Küche: Spülmaschine ausräumen. Und dann kriegt der Backofen sein Fett weg! Dazu den Boden mit Speisesalz bedecken und Ofen für zirka eine halbe Stunde bei 100 Grad laufen lassen. So verbindet sich das Salz mit dem Fett und lässt sich leicht weg wischen. Das Backofenspray entfällt, es wird höchstens ein wenig Allzweckreiniger benötigt. Kühlschrank gründlich reinigen, und kontrollieren, ob das Tiefkühlfach abgetaut werden muss. Küchenmöbel und Spüle reinigen, als letztes wird der Küchenboden gewischt.

Mit Salami und Musik geht alles leichter

Beim Putzen kann es enorm helfen, mit der „Salami-Taktik“ vorzugehen. Immer ein Scheibchen nach dem anderen. Und dann dazu laut Radio oder CD laufen lassen. Oder ein spannendes Hörbuch. Und schon geht alles schneller und macht mehr Spaß.

Werdende Mütter, die merken, dass sie so heute so gar keine Lust haben, sich heute um den Haushalt zu kümmern, sollten übrigens einen Rat von Dr. Christian Albring beherzigen:

„Schwangere Frauen sollten sich nicht mit dem Putzen stressen, sondern lieber die frühlingshaften Temperaturen bei einem entspannenden Spaziergang genießen. Davon hat ihr Baby viel mehr als von sauberen Fenstern.“

Das gilt natürlich auch für alle Mütter: lieber mit dem Kind das Wetter genießen. Zeit zum Putzen finden sich schon noch. Mit der Salami-Scheibchen-Taktik auf jeden Fall!

Auch Männer können putzen!

Aufgabenteilung – in der Schwangerschaft besonders wichtig (©stock.adobe.com | Halfpoint)

Der beste Tipp folgt allerdings zum Schluss: denn wer sagt denn überhaupt, dass wir Mütter putzen müssen? Aufgabenteilung heißt das Stichwort. Männer haben schließlich auch zwei Hände, mit denen sie sehr wohl genauso sauber machen und den Haushalt schmeißen können, wie wir. Deshalb: einfach mal ein paar Aufgaben an den Mann abgeben, vertrauen und ihn machen lassen.

Eine ausführliche Liste über Schadstoffe in Haushaltsmitteln und mögliche Gesundheitschädigungen gibt es beim Umweltamt oder beim Deutschen Grünen Kreuz.