Kinderfahrradanhänger im Test

Wer mit seinem Kleinkind auch weiterhin mobil sein möchte, der steht irgendwann vor der Entscheidung, ob er sich einen Kindersitz für sein Fahrrad oder einen kindgerechten Fahrradanhänger anschafft. Beides hat Vor- und Nachteile. Der Fahrradanhänger ist  zwar die teurere Variante, um mit einem Kleinkind und Fahrrad unterwegs zu sein, bietet aber auch viele Vorteile. Das Kind hat mehr Bewegungsfreiheit als in einem Fahrradsitz und es ist dem Fahrtwind und dem Wetter nicht unmittelbar ausgesetzt. Der meist vorhandene Extra-Stauraum kann gerade auf längeren Strecken oder beim Einkaufen sehr praktisch sein.

Fahrradanhänger Test 2015

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Auch im Falle eines Unfalls ist ein kleiner Mitfahrer in einem Fahrradanhänger geschützt. Crashtests haben gezeigt, dass Fahrradanhänger ab 6 Monaten am sichersten sind, um Kinder mit dem Fahrrad zu befördern. In einen kindgerechten Fahrradanhänger passen ein bis zwei Kinder im Alter von bis zu sieben Jahren.

Bei zwei Kindern sollte unbedingt auf das zulässige Gesamtgewicht geachtet werden. Babys dürfen nur in speziellen Schalensitzen mitfahren. Diese bieten dem Kind den nötigen Schutz und gleichzeitig die richtige Liegeposition, die in den ersten Monaten noch nötig ist. Wichtig: Anhänger mit geraden Rückenlehnen sind nicht für Babyschalen geeignet, daher ist darauf zu achten, dass die Rückenlehne entsprechend angepasst werden kann. Damit die Kleinen nicht zu stark durchgeschüttelt werden, sollte außerdem eine gute Federung vorhanden sein. Nicht zu prall aufgepumpte Reifen gleichen übrigens wirksam Unebenheiten aus.

Vor dem Kauf sollte man auf den Zustand des Fahrrads achten. Dieses sollte in einem technisch einwandfreien Zustand und zur Beförderung von Kinderfahrradanhängern geeignet sein. Normale Pedelecs sind erlaubt, schnelle Pedelecs und E-Bikes mit Nummernschild dagegen nicht.

Darauf sollte man beim Fahrradanhänger-Kauf achten

  • Wo wird der Hänger stehen?
  • Eine Federung oder der richtige Reifendruck sorgen bei den Kleinen für angenehmes Fahrgefühl
  • Babys werden im Schalensitz oder einer speziellen Hängematte transportiert
  • Bei zwei Kindern ist auf das Gesamtgewicht achten
  • Eignet sich das Fahrrad für den Hänger?
  • Wofür möchten wir den Hänger nutzen (auch als Jogger / Kinderwagen)?

Bei einer Neuanschaffung sollte man sich am besten auch schon einmal überlegen, wo man den Fahrradanhänger unterstellen möchte. Hilfreich ist auch, vor dem Kauf die Türbreiten/Breite des Treppenhauses zu messen, damit der Anhänger dann auch problemlos durchpasst. Allerdings lassen sich die meisten Kinderfahrradanhänger auch platzsparend falten. Damit die Kupplung an beide Elternfahrräder passt, solltet ihr besser beide Räder zum Kauf mitnehmen und ggf. die Experten um Hilfe bitten. Die meisten Fahrradanhänger können praktischerweise auch als Kinderwagen genutzt werden. Bei einigen Modellen ist das nötige Zubehör beim Kauf schon dabei.

Fahrradanhänger Test 2015

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Kinderfahrradanhänger Öko-Test 2015

Kinderfahrradanhänger sollen den Nachwuchs sicher transportieren und vor dem Straßenverkehr schützen.

Die Öko-Test hat im vergangenen Jahr acht Doppelsitzer-Modelle auf Sicherheit und Schadstoffe getestet. Drei Modelle fielen wegen gravierender Mängel in der Sicherheitsprüfung durch. Beim Kindercar Twin Safe kritisieren die Experten den Seitenaufprallschutz. Bei dem Kid’s Tourer kann es laut Testern bei einem Überschlag zu Bodenkontakt kommen. Bei dem Monz Blue Bird kritisiert die Öko-Test die Ablenkvorrichtung. Es könnten sich laut Öko-Test Gegenstände zwischen Rad und Gehäuse verfangen.

Außerdem wiesen die Experten in diesen drei Modellen eine hohe Schadstoffbelastung nach: Im Kids Tourer und im Kindercar wurden hohe Mengen des Weichmacher DIDP und DINP nachgewiesen. Diese stehen im Verdacht, Leber und Nieren zu schädigen. Im Modell von Monz wurde Anilin nachgewiesen. Das ist ein Farbstoffbestandteil, der unter Verdacht steht Krebserregend zu sein.

Von den vier „befriedigenden“ Modellen: Thule, Burley und Zwei plus zwei, überzeugte im Test der ultraleichte Burley D’Lite am meisten. Gut schnitt im Test nur der schwerste Anhänger und der am geringsten mit Schadstoffen belastete Chariot Chinook ab. Er überzeugte auch durch das zusätzliche Vorderrad, mit welchem man den Anhänger zum Jogger umfunktionieren kann.

Aus Chariot wird Thule

Die Marke Chariot wurde inzwischen von Thule aufgekauft. Einige Modelle kann man noch gebraucht kaufen, manche Händler verkaufen noch ihre Restbestände. Bei den Zubehörteilen muss man allerdings aufpassen und sollte sich vor dem Kauf informieren, ob die Teile kompatibel sind.

Wer sich doch gegen einen Fahrradanhänger entscheidet, der kann in unserem Artikel Kinderfahrradsitze für vorne: Römer Sulky und Alternativen noch einige Informationen und Tipps für Alternativen nachlesen.

In unserem Artikel Der richtige Kinderwagen – das sind die Testsieger 2015/2016 erfahrt ihr alles, was man beim Kinderwagenkauf beachten sollte und wie man den richtigen Kinderwagen für sich und sein Baby findet.

Kaufempfehlung

Das Angebot an Babyschalen ist recht übersichtlich. Viele Eltern sind von der Weber Babyschale begeistert. Sie passt auch in Modelle anderer Hersteller, so beispielsweise Chariot oder Burley. Wichtig ist außerdem, dass die kleinen Passagiere einen Fahrradhelm tragen.

Auch eure Meinung zu Kinderfahrradanhängern interessiert uns. Habt ihr euch für oder gegen einen Anhänger entschieden? Welches Modell fährt bei euch mit?

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