Kinderkleidung von ALDI, Lidl, Tchibo und Co. wird besser

Baby- und Kinderkleidung bei Discountern und Supermärkten wie Aldi, Lidl, Tchibo und Co. ist günstig und beliebt. Etwa eine Milliarde Umsatz machen die Supermärkte mit Textilien. Da die Kinderkleidung von Discountern für viele erschwinglich ist, greifen Eltern hier meist gerne zu. In der Vergangenheit gerieten die günstigen Textilien von einigen Märkten immer wieder aufgrund von Schadstoffen in die Kritik von Verbraucherschützern und Umweltorganisationen.

Laut einem im Dezember erschienenen Bericht von Greenpeace ist aber Besserung in Sicht – auch was günstig ist, soll sauber sein. Insgesamt 33 Marken haben sich verpflichtet, bis 2020 schrittweise auf Risiko-Chemikalien zu verzichten und giftfrei zu produzieren. Märkte wie ALDI, Lidl, Penny, Kaufland und Tchibo werden von Greenpeace lobend hervorgehoben, sie seien „stramm auf Entgiftungskurs“, so Textil-Expertin Kirsten Brodde von Greenpeace.  Schlußlichter auf dem Weg zur Giftfreiheit sind Edeka, Netto, Norma, Real, Interspar und Migros.

Tchibo Regensachen

Kindersachen (© Tchibo)

Greenpeace hat bereits im vergangenen Jahr im Rahmen einer Detox-Kampagne Kinderkleidung auf gefährliche Chemikalien getestet. Untersucht wurden neben international bekannten Marke auch die Kleidung von Discountern. Das Ergebnis überraschte: „In mehr als der Hälfte der Proben fanden unabhängige Labore umwelt- und gesundheitsschädliche Chemikalien oberhalb der Vergleichs- und Vorsorgewerte.“

Besonders brisant war, dass teure Kindermarken im Test einen ebenso hohen Anteil von krebserregenden Stoffen aufwiesen, wie die konkurrierenden Billigprodukte von Discountern. Die Detox-Kampagne von Greenpeace verpflichtete 18 Textilhersteller bis zum Jahr 2020 ihre Waren ohne Risiko-Chemikalien herzustellen.

Greenpeace Trendsetter

Greenpeace Trendsetter (© Greenpeace)

Jetzt, nach etwa einem Jahr, zieht Greenpeace eine Zwischenbilanz. Diese soll zeigen, ob die Discounter ihre Worte in erste Taten umgesetzt haben. Lidl, Aldi Nord und Aldi Süd, Tchibo, Rewe/Penny und Coop haben unterdessen Detox-Verpflichtungen unterzeichnet und laut Greenpeace gute Fortschritte hin zu einer sauberen und schadstoffarmen Textilproduktion gemacht. Erste schädliche Chemikalien wie Weichmachen werden hier nicht mehr bei der Produktion von Textilien verwendet. Kaufland will bis 2017 zudem ein klares Zeichen gegen die Masse von Altkleidern setzen und das Angebot von ökologisch einwandfreien und langlebigen Textilien steigern.

„Das ist angesichts wachsender Altkleiderberge wichtiger denn je, denn lange Haltbarkeit und reparaturfreundliches Design sind das Zukunftsprogramm für die Branche“, sagt Kirsten Brodde, Textil-Expertin von Greenpeace. Die Supermärkte Edeka, Netto, Norma, Metro und Real zeigten sich gegenüber Greenpeace bislang nicht zu einer giftfreien Textilproduktion bereit.

Was denkt ihr über dieses Thema?

Jetzt kommentieren.

Schreibe einen Kommentar