Einschlafbuch für Kinder:  “Das kleine Kaninchen, das so gerne einschlafen möchte”

Das Kind abends ins Bett zu bringen, ist bei vielen Familien nicht immer einfach. Gerade im Alter von 2 bis 3 Jahren und darüber hinaus, kämpfen Eltern oft gegen diverse Aufstände, wenn die lieben Kleinen nicht einschlafen wollen. Das neue und schon jetzt sehr bekannte Buch „Das kleine Kaninchen, das so gerne einschlafen möchte“ des schwedischen Psychologen Carl-Johan Forssén Ehrlin nimmt für sich in Anspruch, einen Weg zu finden, Kinder schnell und effektiv in den Schlaf zu bringen.

Die Sparbaby-Reaktion hat das Buch an seinen eigenen Kindern, alle im Alter von 3 – 5 Jahre, getestet – wir wollten sehen, ob es hält, was es verspricht.

das kleine kaninchen, das so gerne einschlafen möchte

Die Geschichte

Konrad Kaninchen ist müde und kann nicht einschlafen. Daher macht er sich zusammen mit seiner Mama auf den Weg zu Onkel Sandmann, der ihn beim Einschlafen unterstützen soll. Auf seiner „Reise“ begegnet er der Schnecke, Herrn Schläfrig, und der Eule Müdeblick, die ihm mit Ratschlägen zur Seite stehen. Konrad geht aber weiter, trotzdem er immer müder wird. Letztlich gelingt es ihm gerade noch nach Hause zu kommen, bevor er endlich in seinem Bettchen einschläft.

Das Besondere des Buches

„Das kleine Kaninchen, das so gerne einschlafen möchte“ lehnt sich an die Grundbegriffe des autogenen Trainings an. Die Kinder sollen liegen, nicht sitzen. Sie sollen das übernehmen, was ihnen durch das Vorlesen vorgegeben wird, wie beispielsweise „Anweisungen“: jetzt ruhig zu atmen, jetzt müde zu werden, sich jetzt zu entspannen. Betonung und Stimmlage des Vorlesers sind genaue beschrieben. Fett gedrucktes soll stärker, kursiv gedrucktes leiser betont werden. Der Vorleser soll an bestimmten Stellen gähnen und in die eckigen Klammern den Namen des Kindes einfügen. Dabei ist die Botschaft jetzt einzuschlafen, mehr oder minder versteckt.

Allerdings ist dabei keine eigentliche Geschichte zu erkennen – der „rote Faden“ fehlt. Gerade Kinder brauchen diesen, um sich auf die  Phantasiereise des Häschens einzulassen. Die Figuren wirken eher schwerfällig.

das kleine kaninchen, das so gerne einschlafen möchte

Die Kinder der Sparbaby-Redaktion

Wir haben das Buch mit großem Interesse an unseren eigenen Kindern getestet. Allerdings erfüllte es nicht im Geringsten unsere Erwartungen. Hier unsere Erfahrungen:

Kirstis Tochter Clara  (4,5 Jahre)

Clara fing an, sich aus lauter Langeweile anderweitig zu beschäftigen und sogar über Nachbars Katze zu reden.  Fast vermittelte es  den Eindruck, als würde sie die Absicht des Buches durchschauen, da sie jene mehr oder weniger subtilen Botschaften, wie „du bist nun bereit einzuschlafen“ in der gleichen Intonation wie der des Vorlesers wiederholte und sich darüber lustig machte.

Maries Tochter Jonna  (3,5 Jahre)

Jonna  lag beim ersten Versuch mit den Beinen strampelnd und nach dem Lieblingsbuch schreiend im Bett. Beim Versuch Nummer 2 lag sie plötzlich nach Seite 3 tief und fest schlafend da. Wow, dachte Marie. In der Nacht hatte die Kleine allerdings 40° Fieber, es folgen drei Tage Krankheit. Hartnäckig blieb ihre Mama am Ball. Nachdem die Kleine wieder gesund war, probierte sie es nochmals. Nachdem einigen Sekunden des Vorlesens, versuchte Jonna das Buch in ihrem Trinkbecher zu ertränken. Keine Chance – dann zurück zu Leo Lausemaus & Co.

Bewertungen auf Amazon

Hier halten sich Erfolg und Enttäuschung die Waage. Etwas weniger als die Hälfte der Bewertungen beschreiben das schnelle Einschlafen der Kinder und sind begeistert.

„Dieses Buch ist wirklich ein kleines Fundstück. Ich habe meinen Kindern schon mehrere speziell aufs einschlafen zugeschnittene Bücher vorgelesen, welche ebenfalls autogene Techniken oder Ähnliches beinhalteten. Aber keines wirkte so gut und gleich noch bei beiden (3 und 8). Der Jüngere war zuerst zwar etwa aus dem Häuschen, dass immer sein Name in der Geschichte vorkam und beide hielten sich auch krampfhaft die ganze Geschichte über wach (beim ersten Vorlesen, daher für die erste Lesung genugend Zeit einplanen), danach schliefen aber beide in weniger als fünf Minuten. Dieses Buch wird bei uns einen festen Platz beim Einschlafritual einnehmen und ich kann es nur empfehlen!“ (SB vom 18. August 2015)

„Ich habe den heiligen Gral gefunden. Dieses Buch hält wirklich was es verspricht. Bei meinem jüngsten Sohn (2) hilft es bis jetzt leider noch nicht, aber bei meinen Großen (5,6) umso mehr. Meistens sind sie nach der dritten Seite schon eingeschlafen. Wie schon eine Mami vor mir geschrieben hat, wurden auch meine Gähner mit jedem mal authentischer ;-) ich kann dieses Buch nur wärmstens empfehlen. Vor allem nach einem anstrengenden Tag schlafen meine Kids problemlos und schnell ein!“ (Nicole, 29. August 2015)

Mehr als die Hälfte der Bewertungen stehen dem Buch kritisch gegenüber.

„Ich hab das Buch mit meinen 3-jährigen Zwillingen ausprobiert. Hat leider gar nicht funktioniert. Zwischendurch haben sie sich hingelegt und ich dachte schon: Jetzt! Aber beide haben sich sehr an ihrer Namensnennung innerhalb der Geschichte gestört und bei jedem betonten „Jetzt“ schossen beide Köpfe weider hoch und es klang im Chor „Jetzt, jetzt, jetzt“. Das Buch heisst nur noch das „Jetzt-Buch“ bei uns und dient eher der Belustigung meiner Kinder als der Beruhigung…
Ausserdem ist es mit einer Vorlesezeit von einer halben Stunde viiiiel zu lang…“ (Amazon-Kunde, 9. September 2015)

„Das gelieferte Buch überrascht – und zwar negativ! Es handelt sich im Grunde genommen um ein Heft, nicht so dünn wie ein Comic aber nach zwei Wochen vorlesen und in Kinderhand sieht es wirklich schäbig aus. Für den Preis hätte es auch ruhig eine gebundene Ausgabe sein dürften.

Ob es hilft? Keine Ahnung. Meine Tochter will es nicht hören. Sie findet es langweilig, fragt mich ständig warum ihr Name darin vorkommt, findet das ständige „JETZT“ doof. Ich habe es trotzdem ein paar mal vorgelesen („ja ich weis, du magst es nicht aber heute bestimmt Mama das Buch ;o)) und keine Verbesserung feststellen können.“ (R.F., 8. September 2015)

Fazit

Das hochgelobte Buch erfüllte in keiner Weise unsere Erwartungen. Auch die Illustrationen wirken traurig. Weder die Art und Weise des Vorlesens noch die Geschichte an sich haben uns überzeugt. Alles in allem eine Enttäuschung für die Sparbaby-Redaktion.

Hinweis

Inzwischen ist eine überarbeitete Ausgabe bei einem Verlag erschienen – hier kommt ihr zu der alten Auflage „Das Kaninchen, das so gerne einschlafen will

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