Laufgitter im Test – Ökotest 2014

Laufgitter sind umstritten. Die einen lehnen sie ab, weil sie ihr Kind nicht einsperren wollen. Die anderen sind von ihnen überzeugt, weil ihr Kind darin für kurze Zeit – z. B. während des Kochens – sicher ist. Das Frankfurter Verbrauchermagazin Ökotest hat in seiner aktuellen Aprilausgabe neun Laufställe genauer unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse geben zu denken: Nur ein Laufstall erhielt das Gesamturteil „gut“, weitere vier mussten sich mit einem „ungenügend“ zufrieden geben.

Laufgitter

Dass ein Laufstall keine Dauerlösung ist, dürfte den meisten Eltern klar sein: „Kinder, haben einen Entdeckerdrang, der sich auf Dauer nicht auf ein, zwei Quadratmeter beschränken lässt“, betont Sabine Frevert vom Bielefelder Institut für frühkindliche Entwicklung gegenüber Ökotest. Wer den Laufstall nur dazu nutzt, damit das Baby für einen kurzen Moment in Sicherheit gebracht wird, macht sicher nichts verkehrt. Nur: Viele Laufställe sind an sich schon ein Sicherheitsrisiko. Bereits 2007 führte die bayrische Gewerbeaufsicht eine Untersuchung zu Kinderlaufställen durch, bei der bis auf eine Ausnahme alle Modelle durchfielen.

Die Kriterien

Im aktuellen Test geht es einerseits um die Sicherheit der Ställchen, aber auch um mögliche Schadstoffe. Die Tester ermittelten zum Beispiel, ob die Holzstäbe leicht brechen oder ob der Stall umkippen kann. Auch der Boden wurde untersucht – hält er die Bewegungen eines Kindes aus oder bricht er leicht?  Ein Kriterium war auch, wie einfach sich ein Laufstall aufbauen lässt oder wie man ihn von Raum zu Raum bewegen kann. Die getesteten Laufgitter bewegen sich preislich zwischen 60 Euro und 198 Euro. Zwei der Modelle waren aus einer stoffbezogenen Metallrohrkostruktion, die anderen aus Holz.

Die getesteten Modelle

  • Bopita Laufgitter Brent
  • Chicco Laufstall Open Sea
  • Geuther Laufgitter Euro-Parc Natur
  • Hauck Dream´n Play SQ Laufstall und Reisebett
  • Herlag Laufgitter weiß/azurblau
  • Pinolino Toni, natur
  • Roba Laufgitter inkl. Pop up Box 0246 E34
  • Schardt Laufgitter Basic, natur
  • Ticaa Laufgitter Croco, Kiefer natur

Das Ergebnis

Testsieger mit dem Gesamturteil „gut“ wurde das Bopita Laufgitter Brent in der Farbe weiß. Der Preis liegt bei 198 Euro. Dafür bekommt man ein schweres, aber stabiles und höhenverstellbares Ställchen. Die Inhaltsstoffe des Materials sind unbedenklich.

Chicco Open Sea

Chicco Open Sea

Immerhin ein „befriedigend“ erhielten das Modell Open Sea von Chicco (Metall mit Stoffüberzug), das Geuther Laufgitter Euro-Parc Natur, Hauck Dream´n Play SQ Laufstall & Reisebett (Metall mit Stoffüberzug) und das Herlag Laufgitter in der Farbe weiß/azurblau. Allerdings wurden hier einige Mängel und Schadstoffe nachgewiesen. Beim Modell von Chicco wurden z. B. phosphororganische Verbindungen augezeigt, beim Geuther Laufgitter fanden die Tester „PVC/PVDC/chlorierte sowie phosphororganische Verbindungen und DiNCH im Kunststoffbezug“. Auch der Aufbau funktionierte nicht so problemlos wie gewünscht. Im Herlag Laufgitter befinden sich Formaldehyd und halogenorganische Verbindungen im Bezugsstoff.

Hauck Dream N Play SQ

Hauch Dream and Play SQ

 

Mit einem „ungenügend“ schnitten das Modell Pinolino Toni, das Roba Laufgitter inklusive pop up Box 0246 E34 sowie das Schardt Laufgitter Basic und das Ticaa Laufgitter Croco ab. Die schlechte Note liegt vor allem an den schädlichen Inhaltstoffen. Das Pinolino natur besipielweise enthält „PVC/PVDC/chlorierte sowie phosphororganische Verbindungen, DiNCH und Nonylphenol im Kunststoffbezug“ und „Formaldehyd gast aus.“ Beim Laufgitter von Roba brachen die Gitterstäbe durch, als im Test von außen daran gezogen wurde. Die beiden Modelle aus Textil von Chicco und Hauck lassen sich optimal auf- und abbauen, aber bei der Benutzung kommt es zu einer Gefahr: Das Kind kann, wenn es steht, mit dem Fuß zwischen die Bodenplatte und die Seitenwand geraten. Außerdem ist der Boden nicht höhenverstellbar.

Tipp

Wer sich für ein Laufgitter entscheidet, sollte immer eine Decke auf den Boden legen. Dadurch kommt das Kind nicht in Kontakt mit der Bodenplatte, in der bei manchen Laugittern bedenkliche chemische Verbindungen nachgewiesen wurden.

Worauf achten

Bei der Wahl des Laufstalls solltet ihr auch auf die Verarbeitung der Stangen berücksichtigen. Babys nehmen alles in den Mund, beißen und nuckeln auf allen Dingen herum. Ist das Holz stabil und gut versiegelt? Ist der Boden fest genug?  Auch wichtig: Gibt es Hinweise auf Schadstoffe in der Einlage des Ställchens? Wichtig, gerade bei einem Laufstall mit weichem Obermaterial, ist ein Hinweis auf eine phthalatfreie Verarbeitung. Unsere Erfahrung zeigt, dass man sich einen Laufstall am Besten vor Ort anschauen sollte, um einen besseren Eindruck des Materials zu erhalten. Um ganz sicher zu gehen, dass euer Baby nicht an giftigen Materialien nuckelt, legt ihr am Besten immer eine zusätzliche Krabbeldecke in den Laufstall.

Bedenkt beim Kauf auch, dass für die ersten Stehversuche ein Laufgitter aus Holz besser geeignet ist, da man sich an Wänden aus Netz nicht hochziehen kann.

Unser Tipp: Ein kleines viereckiges Laufgitter reicht in den meisten Fällen aus, weil das Baby darin nur sehr kurze Zeit verbringt und es zudem nur ein paar Monate in Benutzung ist.

Das ausführliche Testergebnis  und weitere Informationen gibt es hier.

 

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