Luftbefeuchter für ein ideales Raumklima

In der kalten Jahreszeit läuft die Heizung fortwährend. So sinkt die relative Luftfeuchtigkeit in Räumen schnell unter 30%. Das dauerhaft trockene Raumklima ist schlecht für die Schleimhäute, Atemwege und das Wohlbefinden im Allgemeinen. Gerade für Babys ist ein optimales Raumklima wichtig, da sich ihr Immunsystem noch in der Entwicklung befindet und sie weit anfälliger für Atemwegserkrankungen sind. Hier erfahrt ihr, wie Luftbefeuchter wirken und welche empfehlenswert sind:

medisana-luftbefeuchter

Luftbefeuchter von Medisana

Hier erfahrt ihr mehr über Luftbefeuchter:

Raumklima und Gesundheit

Der stete Wechsel zwischen Warm und Kalt im Winter stellt das Immunsystem ohnehin schon auf eine harte Probe und zusätzliche trockene Raumluft begünstigt grippale Infekte wie auch weitere Erkrankungen der oberen Atemwege, denen mit einem Luftbefeuchter entgegengewirkt werden kann.

Luftfeuchtigkeit

Die empfohlene relative Luftfeuchte in Räumen sollte zwischen 40% und ca. 55% liegen. Sie lässt sich effizient mit speziellen Luftbefeuchtern erhöhen. Hier ist aber Vorsicht geboten, denn viele Geräte werden im Laufe der Zeit zu regelrechten Keimschleudern und können darüber hinaus bei falscher Handhabung zur Überfeuchtung der Raumluft führen.

Eine Überfeuchtung, d.h. eine zu hohe relative Luftfeuchte von mehr als 65%, kann die Bildung von Schimmelpilzen begünstigen, von denen einige Stämme als gesundheitsschädlich gelten. Dieser Schimmel könnte sich bei langfristiger Überfeuchte an kühlen Stellen wie Außenwänden, Möbeln oder hinter Schränken ansiedeln.

Hygrometer

Hygrometer zur Messung der Luftfeuchte

Wer Luftbefeuchter mit hoher Befeuchtungsleistung einsetzt, sollte die relative Luftfeuchte in geschlossenen Räumen regelmäßig mit einem Hygrometer messen. Einige Luftbefeuchter-Geräte haben solche bereits integriert und regulieren die Feuchtigkeitszufuhr automatisch. Dennoch besteht die Gefahr der Keimbildung in solchen Geräten.

Regulierung der Luftfeuchte in Räumen

Für eine höhere Luftfeuchte kann man auf verschiedene Weise sorgen, wobei bestimmte Maßnahmen effektiver sind als andere.

In der Heizsaison bringen häufiges Lüften, das Aufstellen von Wasserschalen oder die Verwendung von Keramikverdunstern für Heizkörper leider nur wenig zusätzliche Luftfeuchte in die Räume. Zwar sorgt auch die natürliche Feuchtigkeit aus Küche oder Badezimmer, Zimmerpflanzen oder die Anwesenheit von Personen für eine ausreichende Verbesserung der Werte, jedoch lässt sich im Winter die empfohlene Luftfeuchte von mehr als 40% damit selten erreichen.

Luftbefeuchter als Bakterienschleuder?

Zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit in geschlossenen Räumen eignen sich Luftbefeuchter-Geräte, die Wasser entweder künstlich verdunsten, verdampfen oder zerstäuben (vernebeln).

Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass sich in einigen Luftbefeuchtern, Klimaanlagen, Zimmerspringbrunnen und Dampf-Bügeleisen aufgrund des feuchten Milieus Bakterien oder auch Pilzsporen ansiedeln können. Diese Keime können in bestimmten Fällen in die Raumluft gelangen. Im ungünstigsten Fall könnten so Krankheitserreger aus kontaminierten Luftbefeuchtern oder schlecht gewarteten Klimananlagen als Areosole in die Zimmerluft gelangen, worauf empfindliche Menschen allergisch reagieren können und eine sogenannte Befeuchterlunge entwickeln.

Vor der Anschaffung von Luftbefeuchtern sollte man am besten genau prüfen, ob es bereits Langzeittestberichte für diese Geräte gibt, wie sie zu reinigen und zu desinfizieren sind, ob sie einfach gereinigt werden können und ob sie eine Aerosolbildung begünstigen. Die Bildung von Aerosolen wird bei manchen Modellen durch die technischen Eigenschaften gefördert.

Areosole werden vom Menschen eingeatmet und gelangen bei einem Durchmesser von weniger als 10 Mikrometer bis in die Lungenbläschen. Dieses Prinzip wird in der Medizin für Inhalationstherapien verwendet, kann aber beim Einatmen von Aerosolen, die mit Bakterien oder Pilzsporen verunreinigt sind, zu Atemwegserkrankungen führen.

Keime im Wasser

In stehendem Wasser können sich nach längerer Zeit Krankheitserreger ansiedeln und vermehren, wenn die Temperaturen zwischen ca. 20° – 45° Celsius betragen und Sauerstoff zum Wasser gelangt. Die meisten Krankheitserreger überleben jedoch selten Temperaturen von über 70° Celsius.

In vielen Fällen reicht ein feuchtes Milieu für die Ansiedlung von Krankheitserregern aus, d.h. auch auf dauerhaft, feuchten Oberflächen von Luftbefeuchter-Gerätebestandteilen können sich Bakterien und Pilze ansiedeln.

Daher ist regelmäßiges Reinigen bei der Verwendung von Luftbfeuchtern ein Muss!

Luftbefeuchter im ÖKO-Test 2008

Vor einigen Jahren hat sich die Verbraucherorganisation ÖKO-Test Luftbefeuchtern gewidmet und im Jahre 2008 insgesamt acht Geräte unter die Lupe genommen. Man ließ die Geräte in einem Zeitraum von acht Wochen auf Befeuchtungsleistung und Verkeimung prüfen.

Das Fazit: Vier Geräte erfüllten ihren Befeuchtungsauftrag mit „gut“ und wiesen nur eine geringe Verkeimung auf, während bei drei getesteten Verneblern nach acht Wochen erhebliche Bakterienmengen in die Raumluft geblasen wurden. Jedoch zeigte sich auch: Nach acht Wochen wiesen alle Geräte auf den dauerhaft, feuchten Oberflächen eine “üppige Bakterienflora” auf, die selbst durch Desinfektion kaum zu ändern war.

Testsieger beim ÖKO-Test 2008 waren: der Beurer LB20 und der Petra Electric LB40, die beide nicht mehr im  Handel erhältlich sind. Ebenfalls mit “gut” wurden der DeLonghi Luftbefeuchter UH 800 E und der Ultrasonic Vernebler Typ 715 (nicht mehr verfügbar) bewertet.

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Noch auf dem Markt: Der DeLonghi Luftbefeuchter UH 800 E

Welche Luftbefeuchter gibt es?

1) Luftbefeuchter – Verdunster

Neben natürlichen Verdunstern, wie beispielsweise den Keramikverdunstern, die man auf Heizkörper stellen oder daran hängen kann, gibt es auch künstliche Verdunster. Letztere verteilen das Wasser beispielsweise über Filtermatten oder rotierende Lamellen. Einige Geräte blasen zusätzlich einen Luftstrom darüber.

Honeywell HH350E

Verdunster Honeywell HH350E

Vor allem bei Verdunstern an Heizungen kann es leicht zur Verkeimung des Wassers kommen. Diese gelangen jedoch nicht in die Luft, da keine Aerosole gebildet werden. Trotzdem ist eine regelmäßige Reinigung sowie Entkalkung mit Essigessenz zu empfehlen.

Die Merkmale der Verdunster im Überblick:

  • Ein relativ niedriger Energieverbrauch (bei Keramikverdunstern, Wasserschalen kein Energieverbrauch)
  • Keine Aerosolbildung
  • Nur eine mittlere bis geringe Befeuchtungsleistung, die abhängig von der Größe des Modells sein kann
  • Keine Überfeuchtung möglich (natürliche Regulierung der Raumfeuchte)
  • Regelmäßige Reinigung notwendig

Das patentierte Befeuchtungsposter –
Verdunster mit hydropneumatischer Steuerung

Im Jahre 1998 hat die Necono AG aus der Schweiz den 3D-Befeuchter erfunden, einen stromlosen Raumluftbefeuchter, der über die patentierte hydropneumatische Steuerung verfügt.

Dank der hydropneumatischen Steuerung können Räume unabhängig von einer Wärmequelle oder einem Ventilator relativ schnell befeuchtet werden, indem Wasser/Feuchtigkeit vom oberen Wassertank über das Poster nach unten in den Raum geleitet wird.

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Das 3D-Lufbefeuchterposter

Die Merkmale des 3D-Befeuchters im Überblick:

  • Kein Stromverbrauch
  • Einfache Montage: Das Poster wird mit einer Schraube und Dübel an die Wand gehängt
  • Postergröße montiert: 40 cm x 82 cm
  • Befeuchter Größe insg.: 105 cm hoch, 12 cm tief
  • Leistung: Befeuchtung bis 450 m³ Luft pro Tag von 28% auf 52% Feuchtigkeit bei 20°C (2.3 Liter = 4.2gr/m³)
  • Material: Die Poster sind Verbrauchsteile (Altpapier) und werden jede Saison gewechselt. Befeuchter wird so weit wie möglich aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt
  • Inklusive: Kalkausscheidung (ohne chemische Zusätze), Hygrostat und Keimunterdrückung erwirkt durch hydropneumatische Steuerung

 

2) Luftbefeuchter – Verdampfer

Diese Luftbefeuchter bringen Wasser zum Sieden und geben dann den Wasserdampf an die Raumluft ab. Dadurch kann relativ schnell eine angemessene Luftfeuchte erreicht werden.

Aufgrund ihrer hohen Befeuchtungsleistung besteht aber auch die Gefahr der Überfeuchtung, die in geschlossenen Räumen langfristig zur Bildung von gefährlichem Schimmel und Pilzsporen führen kann.

verdampfer

Verdampfer – unterschiedlich in der Form, ähnlich in der Funktion

Verdampfer erhitzen Wasser entweder über Elektroden oder Heizelemente. Bei Elektrodenverdampfern wird zwischen zwei Elektroden Strom durch das Wasser geleitet, die es dann zum Sieden bringen. Bei diesen Geräten kann daher kein destilliertes, entmineralisiertes Wasser verwendet werden.

Bei anderen Verdampfern wird das Wasser durch Heizelemente erhitzt, wie man es vom klassischen Wasserkocher her kennt. Solche Luftbefeuchter-Geräte können, um Verkalkungen und das Ansetzen von Mineralien zu vermeiden, mit entmineralisiertem Wasser betrieben werden.

Die Merkmale der Verampfer im Überblick:

  • Keimbelastung: Keime im Wasser werden durch Sieden abgetötet. Aber andere Geräteteile können trotz dieser Technik nach längerer Zeit Brutstätte für Bakterien und andere Keime werden
  • Stromverbrauch: relativ hoch
  • Befeuchtungsleistung: relativ hoch
  • Regelmäßige Reinigung sowie Entkalkung mit beispielsweise Essigessenz unabdingbar
  • Bildung von lungengängigen Aerosolen möglich
  • Gefahr der Überfeuchtung, daher Geräte mit integriertem Hygrostaten verwenden oder Hygrometer selber im Raum aufstellen und relative Luftfeuchte überwachen
  • Gefahr bei Verkalkung: Wasser wird nicht mehr ausreichend erhitzt und Keime vermehren sich weiter
  • Vorsicht: eventuell Verbrühungsgefahr

3) Luftbefeuchter – Zerstäuber/Vernebler

Diese Luftbefeuchter zerstäuben bzw. vernebeln Wasser über feine Düsen mittels Ultraschall oder Druckpumpen zu Tröpfchen (ggf. Aerosolen). Die feinen Tröpfchen werden anschließend über einen Ventilator in den Raum geblasen.

vernebler

Vernebler von Beurer und Medisana

Die Merkmale der Vernebler im Überblick:

  • Keimbelastung: Hohe Verkeimung möglich. Keime könnten mit dem Wassernebel inhaliert werden und zu Gesundheitsproblemen führen (Legionellose, Lungenentzündung etc.)
  • Stromverbrauch: relativ niedrig
  • Befeuchtungsleistung: mittel bis gering
  • Kondensat- und Kalkniederschläge in der Umgebung des Gerätes können sich bilden
  • Bildung von lungengängigen Aerosolen möglich
  • Gefahr von Kondensat- und Kalkniederschlägen in der Umgebung des Gerätes
  • Regelmäßige Reinigung sowie Entkalkung mit beispielsweise Essigessenz unabdingbar

Welchen Luftbefeuchter sind empfehlenswert?

Vor allem die Verdampfer sind als Luftbefeuchter zu empfehlen, da es bei den meisten Geräten nur zu einer geringen Keimbelastung kommt, wenn diese gut gewartet sind und einer regelmäßigen Reinigung unterzogen werden. Beim 3D-Befeuchter bzw. Befeuchtungsposter müssen die Poster nach einer Saison ausgewechselt werden und die Tanks sollten regelmäßig ausgekocht und geputzt werden.

Während Vernebler (geringe Leistung) und auch das Befeuchtungsposter (höhere Leistung) nicht zu einer Überfeuchtung führen, muss die relative Luftfeuchte bei der Verwendung von Verdampfern im Auge behalten werden. Daher am besten Geräte mit integriertem Hygrostat kaufen, die diese Aufgabe übernehmen und den Wasserdampf automatisch regulieren.

Einige Geräte enthalten nicht nur Hygrostaten sondern auch einen sogenannten Ionisator, sie sind Befeuchter und Luftwäscher in einem, wie beispielsweise der CA-606. Ein Ionisator produziert unter Hochspannung negative Ionen (negativ geladene Atome mit Elektronenüberschuss). Diese haften aufgrund ihrer elektrischen Ladung an Erregern, Pollen und Schimmel, die sich in der Luft befinden und filtern so die Raumluft.

Der Vernebler CA-606 mit Ionisator

Der Vernebler CA-606 mit Ionisator

Kaufempfehlungen

Verdampfer

Den Beurer LB 50 gibt es für ca. 42 bis 80 € bei Amazon. Laut der Schweizer Fernsehsendung „Kassensturz“ aus dem Jahre 2011 produziert der Luftbefeuchter Oskar von Stadler Form nur wenige Bakterien. Ebenfalls mit “gut” wurde der Venta Luftwäscher LW 14 bewertet. Das Nachfolgemodell LW 15 gibt es ab ca. 130€

verdampfer-empfehlung

Beurer, Stadler Form und Venta

 

Verdunster
Der Verdunster UHW von Medisana hat ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis.

medisana-luftbefeuchter

 

Alternativen für eine höhere Luftfeuchte

AquariumZypergras
Eine höhere Luftfeuchte kann darüber hinaus mit bestimmten Zimmerpflanzen oder einem großen Aquarium erreicht werden, die über Verdunstung Feuchtigkeit in die Luft abgeben. So eignen sich vor allem Hydrokulturen und Zimmerpflanzen wie Zimmerlinde, Zypergras, die Grünlilie und die Monstera hervorragend als Luftbefeuchter und zugleich Luftreiniger.
Auch ein großes Aquarium mit 80 bis 100 Liter Fassungsvermögen sowie Luftpumpe und Luftausströmer kann für genügend Luftfeuchte im Raum sorgen.

Checkliste Luftbefeuchter

Worauf man beim Kauf von Luftbefeuchtern am besten achten sollte:

  • Befeuchtungsleistung: Je nach Modell und Leistung können Luftbefeuchter nur eine vorgegebene Raumgröße befeuchten (je größer die Befeuchtungsleistung, desto größere Räume können befeuchtet werden)
  • Überfeuchtung möglich?
  • Integrierter Hygrostat?
  • Aeorsolbildung möglich?
  • Stromverbrauch?
  • Prüfsiegel?
  • Testberichte?
  • Keime: Nur Geräte verwenden, die Wasser verdampfen oder Keime durch spezielle Technik abtöten
  • Reinigung: Geräte regelmäßig, d.h. in kurzen Zeitintervallen, reinigen und entkalken

Video

Luftbefeuchter im Test 2011 – Sendung “Kassensturz”
https://www.youtube.com/watch?v=Lw_nV4RmP3A

Links: ÖKO-Test Jahrbuch 2008 – “Luftbefeuchter”

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