Ratgeber: Kinderfahrradsitze für hinten

Wenn das eigene Baby größer und das Wetter wieder wärmer wird, ist dies bei vielen Eltern der Zeitpunkt, in denen sie an gemeinsame Fahrradausflüge denken. Um gemeinsam mit Baby und Fahrrad unterwegs zu sein, hat man die Wahl zwischen Fahrradanhängern und Fahrradsitzen für vorne oder hinten. Ein Fahrradsitz ist dabei die platzsparendere und preisgünstigere Variante.

Kinderfahrradsitze für hinten

Hier erfahrt ihr welche Modelle im Test gut abgeschnitten haben und worauf beim Kauf des Kinderfahrradsitzes geachtet werden sollte:

Da Kinderfahrradsitze für vorne den heutigen Sicherheitsstandards nicht mehr entsprechen, haben wir uns für euch einmal die Modelle genauer angesehen, die hinter dem Fahrradfahrer befestigt werden.

Ab wann

Laut Hersteller kann ein Kinderfahrradsitz dann verwendet werden, wenn das Kind 9kg oder mehr wiegt. Außerdem sollte das Kind selbständig den Kopf halten und über einen längeren Zeitraum aufrecht sitzen können.

Montage

Die Montage der Kinderfahrradsitze ist bei allen Modellen ähnlich. Am Sattelrohr wird dazu ein spezieller Adapter montiert, von dem dann der Fahrradsitz gehalten wird. Man muss nur darauf achten, dass das eigene Fahrrad für die zusätzliche Last ausgelegt ist und das der Sattelrohrdurchmesser nicht zu klein und nicht zu dick ist. Am besten nimmt man sich für den Kauf genug Zeit und lässt sich zusätzlich vom Fachhändler beraten. Dort kann der zukünftigen Mitfahrer schon mal Probe sitzen.

Modelle

Britax Römer – Jockey Comfort

Römer Jockey Comfort

Der Kinderfahrradsitz Jockey Comfort ist wohl der bekannteste unter den Fahrradsitzen für Kinder. Im Test der Stiftung Warentest 2007 war der Römer Jockey Comfort Testsieger. Auch die Bewertungen von Eltern bei Amazon sind überwiegend sehr gut und decken sich mit unseren eigenen Erfahrungen.

Sparbaby-Redakteurin Luise:

Wir haben den Römer Jockey Comfort seit etwa einem Jahr im Einsatz und die Handhabung ist sehr einfach und durchdacht. Der Mini fühlt sich sehr wohl darin und wenn man den Sitz mal nicht braucht, ist er mit einem Handgriff abgebaut.

Besonders praktisch ist die 9-fach höhenverstellbare Rückenlehne und die „Ruhe-Position“, in der die Rückenlehne nach hinten geneigt werden kann. Was uns leider negativ aufgefallen ist, sind die Gurte, mit denen der kleine Passagier angeschnallt wird. Da diese nicht noch einmal miteinander verbunden werden, können sie sehr schnell von den Schulter rutschen.

Positiv: Wenn das Kind aus dem Kindersitz herausgewachsen ist, hat der Römer Jockey Comfort einen sehr guten Wiederverkaufswert. Laut Hersteller kann er für Kinder von 9-22kg verwendet werden.

Britax Römer – Jockey Relax

Jockey Relax

Im Test der Stiftung Warentest 2007 erreichte auch der kleine Bruder des Jockey Comforts, der Jockey Relax, ein „gut“. Auch die Bewertungen bei Amazon sind überwiegend sehr gut. Die beiden Sitze aus dem Hause Britax Römer sind nahezu identisch, unterscheiden sich aber in ihrer Verstellbarkeit. Der Unterschied zwischen Relax und Comfort liegt, abgesehen von den Farben vor allem darin, dass beim Römer Relax die Kopfstütze nicht höhenverstellbar ist. Außerdem besteht der Bezug aus einem anderen, weniger atmungsaktiven Material. Unsere Empfehlung: bei wenigen Euro Unterschied lohnt sich die Investition in den „Comfort“.

Prophete – Wallaroo DMS

Wallaroo

Auch ein Bestseller unter den Fahrradsitzen ist der Wallaroo von Prophete. Er kostet mit ca. 45€ deutlich weniger als die Kinderfahrradsitze von anderen Marken. Im Test der ÖKO-TEST (04/2012) erhielt er ein „gut“. Gelobt wurde die einfache Montage, kritisiert jedoch die nicht verstellbare und niedrige Rückenlehne. Trotzdem wurde der Wallaroo als sehr gut eingestuft. Zudem wurden keine bedenklichen oder umstrittenen Inhaltsstoffe festgestellt. Bei Amazon bekommt der Sitz ebenfalls über 200 sehr gute Bewertungen.

Kettler – Teddy

kettler

Der Kettler Kinderfahrradsitz Teddy konnte die Tester der Öko-Test überzeugen und schnitt mit einem „gut“ ab. Bemängelt wurde v.a. die Praxistauglichkeit, da die Erstmontage einige Zeit in Anspruch genommen hat. Auch in der Kategorie Inhaltsstoffe wurde der Sitz kritisiert, da im Sitz polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) nachgewiesen wurden. Aufgrund seiner höhenverstellbaren Rückenlehne und variablen Fußschalenhöhe lässt sich der Sitz an die Körpergröße des Kindes anpassen auch im Sicherheitstest konnte der Sitz die Tester überzeugen. Besonders praktisch sind auch die Aufbewahrungsboxen an den Seiten, hier können für die Kleinen gut Getränke und Snacks verstaut werden. Der Teddy Kinderfahrradsitz ist für ca. 90€ zu haben.

Jako-o – Little Duck, bellelli

little duck

Der Little Duck ist gegenüber den meisten Sitzen mit 3,5kg ein echtes Fliegengewicht. Er ist besonders für Fahrräder wie Hollandräder oder E-Bikes, an denen die üblichen Fahrradsitze meist nicht angebracht werden können, geeignet, da er einfach am Gepäckträger befestigt wird. Die Sicherheitsgurte und Fußstützen sind verstellbar. Mit ca. 45€ ist er verhältnismäßig günstig. Elternmeinungen zu diesem Sitz fallen überwiegend positiv aus.

Hamax – Kiss

Hamax Kiss

Wenn man bei der Befestigung von Römer-Fahrradsitzen Probleme hat, kann der Hamax Kiss eine Alternative sein. Denn seine Halterung lässt sich auch trotz Brems- oder Schaltzüge einfach anbringen. Die Fußstützen sind 4-fach höhenverstellbar. Die Rückenlehne kann beim Kiss allerdings nicht verstellt werden. Laut Hersteller ist der Sitz von 9 bis max. 22kg geeignet. Bei Amazon bekam der Sitz überwiegend positive Bewertungen.

Sparbaby-Tipp: Um die Kinder sicher in einen der Sitze setzen zu können, raten wir euch, normale Seitenständer gegen einen massiven Bockständer (bzw. Zweibeinständer) auszutauschen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass das Rad beim Aufsitzen des Kindes umkippt.

Empfehlung der Sparbaby Redaktion:

Da der Römer Jockey Comfort in Tests am besten abschnitt und wir selber auch viele positive Erfahrungen gemacht haben, können wir ihn euch weiterempfehlen. Wer sich allerdings nicht sicher ist, ob der Römer Jockey auf seinem Rad auch montiert werden kann, sollte sich am besten im Fachhandel beraten lassen oder sich die Modelle anschauen, die nicht am Sattelrohr befestigt werden.

 

Antworten auf

  1. Sabine Koch 18. November 2017 an 15:35 #

    Der Kindersitz Jockey von Römer ist sehr enttäuschend. Zum einen wirkt er sehr instabil und ist stark federnd, zum anderen lassen sich nicht die Füße fixieren (dazu wäre ein Hammer erforderlich). Zudem ist die Befestigung über den Gurt meiner Meinung nach unzureichend, sie ist sehr schwergängig und lässt dem Kind wenig Sitzfläche.

  2. Ati 28. April 2016 an 15:25 #

    Gibt es auch Kindersitze für über 22 kg? Meine Tochter ist schon 5, aber mit dem alleine Fahrrad fahren, geht es noch nicht so gut. Sie ist ständig müde, längere Fahrradtouren sind tabu. Ich würde gerne das tolle Wetter nutzen und sie mit dem Fahrrad zum Kiga bringen. Das sind 7 km. Dafür brauche ich einen Fahrradsitz. Welchen könnt ihr empfehlen?

    • Chris 28. April 2016 an 15:41 #

      Hallo Ati – ich kenne leider keinen Fahrradsitz bis über 22kg. Alternativen sind Kinderfahrradanhänger – da muss man allerdings wieder auf die Größe des Kindes achten. Eine weitere Möglichkeit sind vielleicht „Trailerbikes“ – also „halbe“ Fahrräder, die hinten angehängt werden (z.B. solche hier: http://shop.weeride.de/produkte/trailerbikes/). Ich habe schon mit einigen Eltern gesprochen, die damit gute Erfahrungen gemacht haben – es kommt aber natürlich auf die Fahrstrecke und das Kind an. Hoffe das hilft dir weiter. LG Chris

Schreibe einen Kommentar