Wichtig: Kinder nicht mit Winterjacke im Auto anschnallen

Im Winter wird es im Auto oft eisig kalt und die ersten Minuten im kalten Wagen sind sowohl für Kinder, als auch Erwachsene manchmal eine Zitterpartie. Mit dicker Winterkleidung lassen sich die Temperaturen gut aushalten. Allerdings birgt das Tragen von dicken Jacken oder Overalls bei Kindern und Eltern große Risiken, falls es zu einem Unfall kommt. Hier lest ihr, was im Ernstfall passieren kann, worauf ihr beim Anschnallen im Winter achten solltet und welche Alternativen es gibt:

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Warum ist es so wichtig, Kinder nicht mit dicken Winterjacken anzuschnallen?

Nicht sachgemäß angelegten Haltegurten sind ein hohes Sicherheitsrisko. Alle Haltegurte und Sitze – ob Dreipunkt-, Fünfpunkt-, Hosenträgergurt, Fangkörper oder Reboarder – sind mehr oder weniger von diesem Problem betroffen. Dicke Kleidung gibt dem Gurt einen zu großen Spielraum, so dass er im Schulterbereich und am Becken nicht richtig anliegt. Das dadurch entstehende Luftpolster, auch Gurtlose genannt, kann schon bei einem Aufprall mit 16km/h zu inneren Verletzungen von Milz, Darm oder Leber führen, da das Kind in den Gurt geworfen wird und sich dieser tief in die weiche Bauchpartie drückt. Die Aufprallgeschwindigkeit entspricht ungefähr einem Auffahrunfall im Stadtverkehr. Bei Kindersitzen mit Fangkörper und rückwärts gerichteten Sitzen oder Schalen bleibt das Risiko ebenfalls bestehen. Der ADAC sagt dazu: „Auch bei einem Fangkörper Kindersitz empfehlen wir sehr dicke Winterkleidung zu meiden. Die Risiken einer schlechten Sicherung durch dicke Kleidung liegen aber bei Fangkörpersitzen oder auch bei rückwärts gerichteten Kindersitzen geringer als bei Kindersitzen mit Hosenträgergurten.“

Der ADAC hat das Risiko durch Anschnallen in dicken Winterjacken getestet und in diesem Video demonstriert:

Ist der Gurt fachgemäß angelegt, führt er über die knöcherne und somit stabile Beckenpartie, die bei einem Aufprall den wirkenden Kräften standhält. Auch an den Schultern muss der Gurt körpernah entlangführen, damit das Kind auch nach oben nicht aus dem Sitz heraus kann.

Besonders eindrucksvoll wird in diesem Video von Reboard-Kindersitze.info demonstriert, welchen Unterschied es machen kann, wenn eine Jacke mit im Kindersitz angeschnallt wird.

Im Auto ist es aber nun mal kalt – welche Alternativen gibt es?

Damit euer Kind im kalten Auto ohne Jacke nicht frieren muss, gibt es einige Alternativen zum Wärmen. Zunächst wird empfohlen dem Kind mehrere dünne Schichten Kleidung anzuziehen und nicht nur ein Oberteil mit einer dicken Jacke. Das Material Fleece ist zum Beispiel eher dünn und hat trotzdem gute Wärmeeigenschaften. Zusätzlich kann eine Decke oder ein spezieller Poncho zum Einsatz kommen, um die ersten Minuten im kalten Wagen zu überbrücken. So ist euer Kind sicher angeschnallt, hat es unter der Decke oder dem Poncho aber angenehm warm. Weitere Ideen, mit denen ihr euer Kind warm halten könnt, haben wir hier zusammengefasst:

  • eine dünne Jacke aus Fleece (generell eher „Zwiebelschalenlook“)
  • die Jacke „umgedreht“ anziehen
  • eine Decke
  • ein Poncho
  • ein Babynestchen
  • Standheizung für das Auto

Bei größeren Kindern, die in einem Sitz mit Dreipunktgurt sitzen, reicht es für kurze Strecken aus, die Jacke beim Anlegen des Gurtes anzuheben, um ihn am Becken richtig zu positionieren. Das Ausziehen der Jacke vor einer Fahrt ist außerdem sinnvoll, da das Wageninnere meist nach kurzer Zeit auch eine angenehme Temperatur erreicht hat und euer Kind anfangen könnte zu schwitzen. Moderne Kindersitze sind in den häufigsten Fällen auch mit stoßdämpfenden Einlagen an Rücken und Kopf ausgestattet, die eine wärmeisolierende Wirkung haben.

Auch der ADAC warnt: erst Jacke ausziehen, dann anschnallen:

Wie macht ihr es? Wir freuen uns über eure Meinung in den Kommentaren!

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